lend, daß man ihn leicht für einen Affen angesehen hätte,wenn die in unfern Tagen von nordischen Kriegern zuuns gebrachte, aber auch von manchem sehr friedfertigenBürgcr-Lämmlein nachgeahmte Mode, das ganze Gesichtmit Haaren bewachsen zu lassen, dieser Täuschung zu Hülfegekommen wäre. Ihr arbeitete jedoch sein Kammerdienertäglich mit dem Schcermcsser entgegen, und starke Puder-lagen bedeckten das ziemlich kahle fünfzigjährige Haupt,das nicht mit Ehren ergrauet war.
Seine Garderobe hingegen verdiente Lob. Sie warfürstlich, wenigstens gräflich, und das im strengsten Wort-verstandc. Der Graf hatte sie größten Theils für seineneigenen Leib fertigen lassen. Aber jedes neue Kleid, daser zum ersten Mal anlcgtc, unterwarf er der Kritik feinesGünstlings, und zog cs, wenn der Hof- und Gewandrathden geringsten Makel daran fand, nicht nur auf der Stellewieder aus, sondern machte auch dem Necensenten ein Ge-schenk damit. Scharf bekrittelte daher Spitzkopf alle gräf-liche Kleider, die ihm gefielen, und lobte mit vollen Backennur die, welche nicht nach seinem Geschmack waren. Die-ser Pfiff verschaffte ihm eine Menge prächtiger Kleidungen,ohne daß er einen Stich daran ändern lassen durfte; denner und sein erlauchter Herr — in dessen Hirnkammcrncs ;edoch gar finster ausschcn mochte — glichen sich voll-kommen an Größe und Dürre. Der Graf hatte nur keineRicscnarmc; deßhalb waren seine Kleider in dieser Gegenddem Hofrath zu kurz. Doch breite Manschetten fülltenziemlich anständig die Lücke. Auch suchte sich der schlauegräfliche Leibschncider bei dem mächtigen Großvezicr da-durch einzuschmeicheln, daß er an der Stelle, wo die beidenähnlichen Gestalten von einander abwichen, das Maßüberschritt. Darum schlotterte der arme Graf immer, zu