Alkoven zu öffnen, der ihm ein Gemisch von lieblichenDuften cntgcgcnhanchtc. Es waren Ausströmungen desNachtisches, den Fräulein Beate, die des folgende» Tageseine Gasterei geben wollte, dazu angeschafft und hier aus-gestellt hatte. Ans dem Fußboden standen Körbe voll Obst;ans einem Tische Teller mit Confcct; und in ihrer Mitteprangte, wie der Mond unter Sternen, eine große Man-dcltortc, über deren Oberfläche sich ein Lavastrom vonZucker ergossen hatte, aus welchem buntfarbige Hügel voneingemachten Fruchten cmporsticgcn. Dieses Prachtstückumgaben Flaschen, mit den edelsten Weinen gefüllt. Sieglichen in ihrer kreisförmigen Stellung einer Leibwache,und trugen zum Thcil, als Ehrenzeichen ihrer Vortreff-lichkcit, geflochtene Panzer.
Kcllcrwurm war schon im Begriff, diese Trabanten an-zugreifcn, als eine Fleischpastctc, die er auf einem etwasentfernter» Tische wahruahm, eine Diversion machte undseine ganze Aufmerksamkeit an sich zog. „Bondics!" spracher schmunzelnd: „Du stehst hier so einsam und verlassenim Hintergründe, als hättest du lange Weile! — Wart,wart, ich will dir Gesellschaft leisten!" —
Hiermit zog er ein Besteck Messer, das ihn überall be-gleitete, aus der Tasche, und bat sich eigenmächtig zuGaste. „Frisch drauf los!" sprach er in Gedanken: „Wasist's denn weiter, als ein kleiner Vorgriff in die künftigeErbschaft, de» ich mir wohl erlauben darf." —
Indem er jetzt schmauste und dazwischen einem dergeharnischten Trabanten sein süßes Blut abzapfte, klinktedie Kammcrjungfer so sacht als möglich die Stnbcnthürans und guckte durch eine zollbreite Ocffuung hinein. Eswar ihr sehr angenehm, den ungebetenen Gast zu vermis-sen: denn nun wußte sic schon, daß er sich an dem Ortechinmtl. Schr. Vl. Bd. 7