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2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
Entstehung
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Postillcnrciter bei dem Fräulein als einen Verfälscher desgöttlichen Worts. Beate staunte, und war zweifelhaft,welche Predigt sie für ächt halten sollte. Sie konnte undwollte nicht darüber entscheiden, ohne vorher einer andernfromme» Dame, deren Postillcusammlung die stärkste imLande war, den kritische» Fall vorzulegcn und sic um Rathzu fragen. Eilig suchte sic alle Kcllcrwurnrschc Mauuscriptezusammen und begab sich damit zu ihrer Freundin. Dieselas nur einige Zeile» der jüngsten Predigt und wußtedann schon, wo Barthel Most geholt hatte. Sic langteaus ihrer Bibliothek ein dickleibiges Eremplar von Kellcr-wurms Postille hervor, und bewies daraus, daß die Pre-digt, die er für ein nagelneues Werk ansgcgcbcn hatte,schon seit einem halben Jahrhundert gedruckt war. DasFräulein entsetzte sich über diesen Betrug. Zum Ucbcrflußwurden nun noch mehrere handschriftliche Kanzclrcden mitden gedruckten kollationirt, und alle stimmten Wort fürWort mit einander überein.

Indem dicß geschah, ging Thomas gutes Muths inBeatens Wohnung, um ihr seine Aufwartung zu machenund Abends bei ihr zu speisen. Lisettc wies ihn nicht ab,weil sie ahnte, was ihm bei der Rückkunft des Fräuleinsbcvorstand, und sic ihn lieber heute als morgen bestraftsehen wollte. Sie sagte mit Schlaugcufrcundlichkeit: ihreDame scp zwar nicht zu Hause, werde aber bald zurück-kommcn; er möge sich indessen die Zeit mit Lectürc ver-treiben.

Thomas, der nicht gern einen Weg doppelt machte, ließsich diesen Vorschlag gefallen. Die Zofe schloß ihm einZimmer auf und entfernte sich. Da cs nicht Beatens täg-liches Wohngcmach war, so sah er sich natürlich in dieserfremden Gegend um und erlaubte seiner Neugier, einen