chende Kannnerjnngfcr, als sic ihr Lärvchen — auf daSsie nicht minder, als jener Versler auf sein Klinggcdichtstolz war — mit ihren eigenen Ohren so lästern hörte.Außer sich vor Zorn, wollte sie die Thür anfreißen, in'sZimmer stürzen und dem ungeschlachten Mäkler seinenNezensentenlohn auf die Backe» zahlen; aber die anfstei-gendc Furcht, daß diese heroische That den Verlust ihrervortheilhafte» Stelle nach sich ziehen möchte, warf ihr schnelleine» Zaum über den Fnrienkopf, und sie begnügte sich andem Gcdankcnschwnr, mit bedächtiger» Schritten Rache zunehmen und den verhaßten Günstling zu stürzen.
Dieses Vorhabens entwandte sic eines Tages die erstebeste von ihm angeblich nachgeschricbcne Predigt und legtesic einem inngcn Theologe» (der ihr versprochen hatte, siczur Frau Pastorin zu machen, sobald er Pastor scpn würde)mit der Frage vor: ob er wohl glaube, daß diese Predigtin der Lammleinskirchc gehalten worden scy.
„Sic hat einen alten, ranzigen Postillcngcschniack—sprach der nette Kandidat, als er sie flüchtig gekostet hatte— „ich halte sic für keine frische Waarc. Doch kann ichmich irren. Die geistliche Bcredtsamkeit in der Lämmlcins-kirchc ist auch gewöhnlich chwas altbacken." —
Das war so viel als nichts gesagt. Liscttc wollte dieSache genau wissen und bat ihren Tranten, sich des näch-sten Sonntags in gedachte Kirche zu verfügen, die Predigtnachznschreiben und ihr davon eine leserliche Kopie cinzn-händigcn.
Der zärtliche Freund versprach und that, was sic wünschte.Indessen war auch Thomas nicht müßig. Er ritt, wiegewöhnlich, seine alte Postille. Jungfer Blaustrumpf ver-glich die treu ausgezeichnete Predigt mit der gerittenen,fand einen himmelweiten .Unterschied und verklagte den