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„Was pflegst du deines Leibes hierUnd läfl'st den Geist verschmachten?
O Sund' und Schande! Ziemt es dir,
Den Knecht als Herrn zu achten?
Dem Geist gebührt das Regiment;
Vei dir ist solches umgewendt,
Der Leib den Geist regieret!" —
„Gnädiges Fräulein," — sagte Thomas mit schnellerFassung — „ich leide ganz unschuldig! Der Schein ist ge-gen mich, denn ich komme wirklich aus der Weinstube;aber ich ging nicht hinein, um meines Leibes zu pflegen,und noch weniger hat mein Geist heute geschmachtet. Ichwar in der Kirche, schrieb die Predigt nach, hier ist sic!" —Er hatte znm Gluck die Schreiberei seines Stellvertre-ters schon in der Tasche und übergab sie dem Fräulein.Es war ihm nicht bange, mit den beiden Frauenzimmernfertig zu werden, wenn sie ihm die Ausstellung machensollte»: er habe das nicht geschrieben. Allein cs hatte keineGefahr. Beate maß ihm vollen Glauben bei, und warf,vhne das Blatt weiter zu untersuchen, auf die Angeberin,die verdutzt dastand, einen strafenden Blick.
„Nun will ich aber auch" — fuhr er beherzt fort —„Jhro Gnaden das Räthsel lösen, warum ich ins Wein-Haus gegangen bin. Verziehen Sic eine Sekunde!"
Er sprang in die Taverne zurück und zog den altenKandidaten hinter dem Tische hervor. „Magister!" —raunte er ihm ins Ohr — „kommen Sie geschwind mitheraus — ich will Sie zum Spaß einer alten Dame ver-stellen — sprechen Sie aber kein Wort als Ja und immerJa zu allem, was ich sage. — Hören Sie, Magistcrchen?Es soll Ihr Schade nicht scpn." — '
Der menschenscheue Kandidat rückte sich ängstlich die