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2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
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gcringstcn Vortheil. Ein andres Mittel mußte gewähltwerden.

Nun war eben damals ein neuer Prediger vom erstenRange in die Stadt berufen worden, dessen magnetischeBeredsamkeit einen Sonntag wie den andern die Häuserentvölkerte und ihre Bewohner an sich zog. Wer seit zehnJahren keinen Fuß in die Kirche gesetzt hatte, sprang mitbeiden hinein, um ihn zu hören. Wehe dem, der einenKatarrh mitbrachtc und ihn unter der Predigt laut wer-de» ließ! Tausend Köpfe drehten sich, bistcnd und zischend,nach ihm hi» und durchbohrten ihn fast mit den Augen.Hielt er nicht augenblicklich Ruhe, so stand er in Gefahr,aus dem Tempel geworfen zu werden. Ein großer Thcilder enthusiastischen Versammlung stellte nicht nur, wie Va-ter Plautns sagt, den Vogelhcrd mit den Ohren, sondernauch mit der Lcimrnthe des Bleistifts und dem Mcisenka-stcn der Schrcibtafel. Sogar Officierc und Staatsmännermit OrdcnSstcrncn sah man so beschäftigt. Wie habensich die Zeiten geändert! Heutiges Tages wird nicht ein-mal mehr die liebe Jugend mit dem Nachschrciben der Pre-digten behelligt, sondern lieber dafür von kluge» Acltcrnangehaltcn, den Inhalt der Schauspiele anfznzcichncn.Damals war man aber noch so einfältig, gute Kanzclre-dcn zu schätzen, und die, von welche» hier die Rede ist,wurden bald ein beträchtlicher Handelsartikel für arme Kan-didaten, die sie durch eine Menge Abschriften vervielfältig-ten und das Eremplar um ctuige Groschen verkauften.Dieser Umstand leitete unfern Kcllcrwurm auf den Ge-danken, einen solchen Hausircr tu Nahrung zu setzen, dieerhandelte Predigt mit eigner Hand wieder abzuschreibc»,und sic Fräulein Beaten, als einen Beweis seines Kirchcn-fleißcs, zu überreichen.