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2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
Entstehung
Seite
81
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Zwanzigstes Kapitel.

Die Andacht am Fenster. Der Vikar in der Kirche.ErbschaftSanSstchtcn.

Das Abenteuer dieses Tages kitzelte ihn mit der Hoff-nung, einen rechten Hanptschlag zu machen. Da ihn aberdas gottselige Fräulein nicht ausdrücklich cmgcladcn hatte,sie wieder zu besuchen, so mußte er auf Mittel sinnen, sichbei ihr aufs neue zu empfehlen und in geneigtem Anden-ken zu erhalten.

2 dieser Absicht entlehnte er von seinem Hanswirtheein ansehnliches Gebetbuch, dessen schwarzer Band und gold-ucr Schnitt die Heiligkeit des Inhalts verbürgten, und auchbei dem flüchtigsten Beschauer den Verdacht nicht anfkom-mcn ließen, daß unter diesem Schaföklcidc ein Nomanwolfverborgen scp. Mit diesem ehrbaren Buche in der Hand,trat er Stunden lang ans offne Fenster und gab sich dieMiene des andächtigsten Beters. Er wollte so von Beatengesehen sehn. Sie that aber selten einen Blick ins Welt-gcti'mnncl, und die Kammcrjungfer war boshaft genug, sienicht auf den frommen Nachbar aufmerksam zu machen,weil er aus leidigem Geldmangel unterlassen hatte, sichihre Gönnerschaft durch ein Geschenk zu erwerben, als sieihm nach dem Abcndschmausc die Treppe hinab leuchtete.Seine öffentliche Gleißncrci schaffte ihm daher nicht de»

Laustbcin'S sömmtl. Sehr. VI. Bd. 6