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2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
Entstehung
Seite
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Diescr Einfall kam ihr entweder etwas unheiltg oderallzu vertraut vor: den» sic drohte mit dem Finger, undcs schien gar, als wollte sic das köstliche Buch ungelesenwieder verschließen. Doch, anders sich besinnend, suchte sicunter den vielen Goldmünzen, die cs enthielt, einen Nabcn-Dnkatcn heraus und zeigte ihn vor.

Der Referendar betrachtete ihn mit lüsternen Auge»und warf die Angel der Schmeichelei durch die Bemerkungaus: daß der mit dem gestohlenen Ring tm Schnabeldarauf abgcbildctc Dieb bei weitem kein so ehrliches Ge-sicht habe, wie der Bußprcdigcr im Äeifich, sondern einewahre Galgcnphysiognomie.llcbrigcns möcht' ich wohleinen solchen Dukaten besitzen;" fuhr er fort.Ich wollt'ihn auf der Stelle gegen zwei vollwichtige Holländer cin-tanschcn." Mit dieser Prahlerei griff er in die Tasche,als läge da ein ganzes Regiment Holländer im Quartier.Das Fräulein bat höflich, seine Börse ruhen zu lassen undden Nabcn-Dukatc» als ein Ehrengeschenk »nd srcundschaft-llichcs Dcnkzeichcn von ihr anzunchmen. Er wehrte sichheftig dagegen, und gab endlich blos unter der Bedingungnach, daß ihm erlaubt scpn müsse, das Goldstück zu erse-tze», sobald er eine Dublette aufgctricben habe. Ilm ihnzu beruhigen, willigte Beate in diesen Vorbehalt, bat je-doch dringend, sich nicht ängstlich darum zu bemühen, somdein die Sache dem Zufall zu überlassen.Mit Nichten,mein gnädiges Fräulein!" sprach er:Ich werde von Stund'an weit und breit darnach anfstcllcn."

Hiermit steckte er, nach unterthänigstcr Danksagung, dengoldncn Naben ein, ließ ihn aber kurz darauf, als er vonBeaten weg ging und in eine Gesellschaft lustiger Nacht-schwärmer gerietst, schon wieder fliegen.