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Diescr Einfall kam ihr entweder etwas unheiltg oderallzu vertraut vor: den» sic drohte mit dem Finger, undcs schien gar, als wollte sic das köstliche Buch ungelesenwieder verschließen. Doch, anders sich besinnend, suchte sicunter den vielen Goldmünzen, die cs enthielt, einen Nabcn-Dnkatcn heraus und zeigte ihn vor.
Der Referendar betrachtete ihn mit lüsternen Auge»und warf die Angel der Schmeichelei durch die Bemerkungaus: daß der mit dem gestohlenen Ring tm Schnabeldarauf abgcbildctc Dieb bei weitem kein so ehrliches Ge-sicht habe, wie der Bußprcdigcr im Äeifich, sondern einewahre Galgcnphysiognomie. „llcbrigcns möcht' ich wohleinen solchen Dukaten besitzen;" fuhr er fort. „Ich wollt'ihn auf der Stelle gegen zwei vollwichtige Holländer cin-tanschcn." — Mit dieser Prahlerei griff er in die Tasche,als läge da ein ganzes Regiment Holländer im Quartier.Das Fräulein bat höflich, seine Börse ruhen zu lassen undden Nabcn-Dukatc» als ein Ehrengeschenk »nd srcundschaft-llichcs Dcnkzeichcn von ihr anzunchmen. Er wehrte sichheftig dagegen, und gab endlich blos unter der Bedingungnach, daß ihm erlaubt scpn müsse, das Goldstück zu erse-tze», sobald er eine Dublette aufgctricben habe. Ilm ihnzu beruhigen, willigte Beate in diesen Vorbehalt, bat je-doch dringend, sich nicht ängstlich darum zu bemühen, somdein die Sache dem Zufall zu überlassen. „Mit Nichten,mein gnädiges Fräulein!" sprach er: „Ich werde von Stund'an weit und breit darnach anfstcllcn." —
Hiermit steckte er, nach unterthänigstcr Danksagung, dengoldncn Naben ein, ließ ihn aber kurz darauf, als er vonBeaten weg ging und in eine Gesellschaft lustiger Nacht-schwärmer gerietst, schon wieder fliegen.