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2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
Entstehung
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voreiligen Gast durch einen Wink zur Ruhe, und dekla-mirte dann langsam und pathetisch ein sehr feierliches Tisch-gebet, dessen Verfasser zu der Zeit, da er's entwarf, ge-wiß nicht so hungrig als unser Refcrcndarius war; denncs dauerte fast eine Viertelstunde, und die Suppe ward kalt,che das Amen erfolgte.

Der Schmaus au sich selbst war ohne Tadel! nur Schade,daß der arme Thomas nicht mit Ruhe und Seelengeuußesse» konnte, weil ihn seine Wirthin mit neugierigen Fra-gen über sein Gcschlcchtsrcgister bestürmte. Er antworteteAnfangs sehr kurz, und sic ließ sich das gefallen, so langevon Ahnherren die Rede war, die im Heere gedient oderals Landjunkcr gelebt hatten. Als er aber, um ihr recht»ach dem Munde zu reden, einen Aeltcrvatcr ans demStegreif erschuf, der ein wohlverdienter Seelsorger underbaulicher Liederdichter gewesen scpn sollte: da verlangtesie genauere Nachrichten von diesem ehrwürdigen Manne,und ängstete den mnthwilligen Lügner mit einem Bienen-schwarm der dringendsten Fragen nach dem Leben und Wan-del dieses geistlichen Urahnen, nach seine» Hühnern undGänsen, und sogar nach seiner Perücke. Thomas hattealle seine Verschlagenheit nöthig, um sich mit geschicktenund unverdächtigen Antworten ans dieser Klemme zu zie-hen; aber cs gelang ihm vollkommen, und seine Zähneversäumten dabei ihr Geschäft so wenig, daß einige nichtzeitig genug gelüstete Westenknöpfc dem Andrang desschwellenden Bauches weichen mußten und absprangcn.

Fräulein Beate, die eben nicht geizig war, bemerktemit Bergungen, daß cs ihrem Gast so wohl schmeckt«;doch weniger schien ihr zu gefallen, daß er weder ein vol-les noch ein leeres Glas vor sich leiden konnte, sondernicncs immer schnell ausstürztc, und dicß eben so geschwind