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A6)tzehntes Kapitel.
Die Betschwester und der christliche Kavalier.
Im Vorsaale des Fräuleins übernahm Thomas den Ra-ben aus der Hand der Zofe, die ihn, des Anstands wegen,über di« Gasse getragen hatte, und nun zu ihrer Gebie-terin eilte, um den Herrn Nachbar zu melden. Er wardaugenblicklich vorgclasscn, und hielt, mit dem Vogel aufdem Arm, ernst und feierlich, wie ei» Leichenbitter, seinenEinzug.
Aber es war schwer, diese Gravität zu behaupten, alser Beate» erblickte. Sie saß, mit einer Brille auf derNase und cincin grünen Schirm vor den Augen, am Tischeund las in einem Gebetbuche, das auf dem Rücken einergroßen, schlafend zusammcngcringelten Katze lag, die ihrals Lesepult diente. Thomas Kellcrwnrm schnitt ein hal-bes Dutzend Bücklinge von der ehrerbietigsten Sorte, undscharrte wacker dazu mit seinen Stiefeln, che die eifrigeBeterin von ihm Notiz nahm. Endlich schlug sie die from-men Augen auf, und erhob sich langsam vom Stuhle.Der Geist einer Matrone des siebzehnten Jahrhundertsschien aus dem Grabe zu steigen: so altmodisch war siegekleidet. Sie setzte sich weder mit einer Verneigung nochmit einem höflichen Wörtchen in Unkosten, sondern griffstumm nach einer hinter dem Spiegel steckenden Ruthe,