Handlung, als cr sich an den nächsten Tagen wieder ein-stcllte, weil ihm die Beschaffenheit und Fülle der SpeisenLehagtc. Er sah, daß ihm der schcrlsüchtigc Gastgebernicht hold war, und strebte nun desto mehr, sich Trudchcngewogen z» machen, um an ihr eine Schutzpatronin zuerhalten. Ihr Vater, der sich nicht gern für einen Knau-ser und Grobian wollte ausschreicn lassen, duldete ihneinige Monate mit unterdrücktem Verdruß, bis sich endlichein Paar hämische und eifersüchtige Tischgcnvfsen auf diekleinlichste Weise bei ihm beklagten, daß Trudchcn denschädlichen Gast allen nützlicher» Gästen vorziche und ihmimmer zum Nachthcil derselben das Nierenstück der Kalbs-braten und andere gute Bissen zuschauzc. Auf diese jäm-merliche Beschwerde erfolgte Pampcls Verweisung, undnicht mit der höflichsten Art.
Aber Trudchcn ließ ihren verstoßenen Freund nicht imStiche. Sic sandte ihm täglich durch eine vertraute MagdSpeise und Trauk in solchem Ilebcrfluß, daß cr oft nichtalles verarbeiten konnte. Man denke, was das sagen will,da sein Magen ei» so trefflicher Arbeiter war! — Frei-lich war Eigennutz, der in alles die Nase steckt, auch beidieser Wohlthätigkeit mit im Spiele. Trudchcn glaubtenämlich, Freund Thomas habe einst eine beträchtliche Erb-schaft zu hebe», und werde für das genossene Gute so dank-bar scpn, sic mit ihr, als seiner Gemahlin, zu theilcn.Das versprach er denn auch immer in den zärtlichsten Brief-chen, wenn sic bisweilen schmollend unterließ, die mittägigeKüchcnpost an ihn abzufcrtigcn. Solche Vögel, wie cr,singen am besten, wenn sic sparsam gefüttert werden.
Noch am Tage der Trennung sang er das liebliche Hoch-zcitlicd, und Trudchcn gelobte ihm dagegen ewige Liebeund Treue. In dieser Hcrzeusvcrsaffung verließ er denOrt, wo cr alle Spcischäuscr und Weinkeller durchgckostct,