Druckschrift 
2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen
 

war eine rasche, flinke Dirne von achtzehn Jahren, sahans wie Milch und Blut, hatte besonders ei» Paar schwarze,geistvolle Augen, und war, mit einem Worte, von derbraungclockte» Scheitel bis zu den niedliche» Füßchen einenette Gestalt, deren Liebenswürdigkeit von de» HerrenStudenten einhellig anerkannt wurde. Sie hielten auchmit dieser Ueberzeugung nicht hinter dem Berge, sondernkamen in Schaarcn, dem schonen Trudchc» zu huldigenund Minncsold zu empfangen. Aber flc theiltc keinen aus;denn die jungen Flattergeister standen bei ihr in dem Ver-dacht, sic hätten meistens den Wahlsprnch:Ein and'rcsStädtchen, ei» and'rcs Mädchen!" Drum ließ sic sichgar nicht mit ihnen ein, sonder» befolgte BürgersWarnung:

»Trant, Manchen, leichten Nrttern nicht;

Manch Nirtcr ist ein Bö,'ewrcht.

Sie löffeln wvl)l und wandernBon einer zu der andern,lind freien keine nicht."

Mit dem einzigen Herrn von Pampcl machte das vor-sichtige Trndchen eine Ausnahme. Er schien ihr zu schwerund zu gediegen, als daß er flatterhaft sepn konnte. Siezeichnete ihn dcßhalb vor allen ihre» Verehrern aus undbelohnte seine bescheidene Zärtlichkeit mit den delikatestenPsaffenbißchcn, die sic sehr geschickt auf seinen Teller zubringen wußte.

Nur Schade, daß diese Versorgnngsanstalt bald insStocken gericih. Vater Schnick befürchtete gleich bei derersten Mahlzeit, die Thomas an der tt>l>w ,1'liütt-cinnahin,daß er einen schlimmen Kundmann bekommen habe, beidem wohl dreimal mehr zu verlieren, als zu gewinnensep» möchte. Es gab daher finstre Gesichter und kalte Be-