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„Was kann denn am Ende daraus entstehen, wenn wireigenmächtig verfahren ?"
„Ein scharfer Verweis" — antwortete der Auditeur —„vielleicht gar meine Entsetzung vom Dienst."
„Fürchten Sic nichts!" sagte der Chef: „Ich übernehmealle Verantwortung."
Es war Mittagszeit. Der General ging zur Tafel. Ge-gen das Ende derselben ließ er den Kadett durch eine Ordo-nanz von der Hauptwachc holen, in ein Nebenzimmer füh-ren, ihm einen Tisch decken und eine große Hammelskculeauftragcn, die auf der Tafel fast gar nicht berührt wor-den war. Thomas, der seit acht Tagen wenig zu beißenund zu brocke» gehabt hatte, fiel mit Heißhunger darüberher, und nach einer kleinen halben Stunde waren nurnoch die kahlen Knochen davon übrig. Jetzt sah er erstmit Schrecken, daß er zu unbescheiden zngclangt hatte.Er war in der peinlichsten Verlegenheit und wußte sichnicht besser zu helfen, als daß er die ungenießbaren Ucbcr-blcibsel in die Tasche steckte, um sic den Augen der Livreeund ihren spöttischen Glossen zu entziehen.
Doch che man noch seinen Tisch abranmte, trat derGeneral ins Zimmer und ward unglücklicherweise durch denAnblick der leeren Bratenschüsscl auf den Verdacht geleitet,daß hier ein Nntcrschlcif von Seiten der Bedienten vorge-gangcn sep. Er fragte den zitternden Gast, was man ihmvorgesetzt habe. „Einen Hammelbraten," stammelte Tho-mas. „Vielleicht nur ein Schnittchen davon?" sagte derGeneral. „Nein, er war so ziemlich ganz;" antwortetedie ehrliche Haut, „lind du allein hast reine Arbeit damitgemacht?" — Thomas ward fenerroth und schlug die Au-gen nieder. Gott segne deinen Appetit!" sprach der Ge-neral. „Aber hatte denn der Braten keine Knochen?" —