2
2 Zwölfter Gesang.
3 .
War Rolands wie an eifrigem Verlangen,
Der Göttin von Elcusis gleich an Macht,
Er lies', um seine Schöne zu erlangen,
Wald, Feld und Fluß und See nicht außer Acht;Durch Ebne, Berg und Thal war' er gegangen,
Durch Land, Meer, Himmel und die ew'ge Nacht.
Doch da er weder Wagen hat noch Drachen,
Muß er den Weg so gut als möglich machen.
4 .
Ganz Frankreich späht' er durch und will nun spähenOb sie in Deutschland, in Italien scy,
Und dann durch Alt- und Neu-Eastilien gehe»,
Ja, über's Meer, in Libyens Wüstenei»
So überdenkt er sich's, als ihm ein FlehenZn Ohren schallt, ein ängstliches Geschrei.
Cr eilt hinzu, da zeigt in raschem TrabenEin Ritter sich, ans hohem Roß erhaben,
5 .
Der mit den Armen vor sich ans dem Pferde,
Ein höchst betrübtes Fräulein fest umspannt.
Sie sträubt sich, weint mit kläglicher GebendeUnd ruft den tapfer» Fürsten von Anglant,
Daß er ihr helfen niög' in solcher Fährde;
Und dieser meint, er habe d i e erkannt,
Nach der er Tag und Nacht mit allen SinnenFrankreich durchsucht von außen und von innen.