Druckschrift 
2 (1852)
Entstehung
Seite
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könnte ich Gott kaum noch nm etwas weiter Litten. Aber obgleichich bis ans jenen Tag, wo ich fünf und zwanzig Jahr alt war, hartgearbeitet habe, und keinen Cent Geld besitze, kein Obdach, keinFleckchen Land, das ick mein nennen kann, so will ich dennoch dankbarund zufrieden sein, wenn sic mich nur jetzt lassen; ich will arbeitenund Geld für Dich »nd denKnaben zurücksckickcn. Was meinen altenHerrn betrifft, der ist fünfmal für Lilles das bezahlt worden, was erfür mich ausgcgebcn hat. Dem bin ick nichts schuldig."

„Aber noch sind wir nicht ganz außer Gefahr," sagte Elise;„wir sind noch nicht in Canada."

„Wohl wahr," entgegncte Georg, „aber mir ist, als athmetcich schon freie Luft, und das macht mich stark."

In diesem Augenblicke wurden in dem Nebengemach Stimmenin ernstem Gespräche gehört und bald darauf an die Tbür geklopft;Elise fuhr zusammen und öffnete.

Da stand Simeon Hallidap und bei ihm ei» Otuäkcrbruder, dener als Phineas Fletchcr vorstellte. Pliineas war groß, dürr, roth-härig und hatte einen Ausdiuck der Verseklagenbeit und List in sei-nem Gefickte. Er zeigte nicht das ruhige, stille, unweltlicke Wesendes Simeon Hallita». Im Gegentheil blickte er offen und scharfumher; Eigenschaften, welche nickt sehr zu seinem breitrandigen Huteund seinen förmlichen Reden paßten.

„Unser Freund Phineas hat Etwas von Wichtigkeit kür Dichund die Deinen entdeckt, Georg," sagte Simeon; ,,cs wäre gut fürDich, wenn Du es hörtest."

„Das habe ich," sagte Phineas, „und es zeigt, wie gut es ist,wenn ein Mensch an gewissen Orten beständig mit einem Obre schläft,wie ich immer sage. Vergangene Nacht kehrte ich in einer kleinenTaverne dort rückwärts an der Straße ein. Du erinnerst Dick anden Ort, Simeon, an die dicke Frau mit den großen goldnen Obr-ringcn, wo wir vergangenes Jahr Aepscl verkauften. Nun gut, ichwar ermüdet und nach dcmAbendessen streckte ich mich auf einen Hau-fen Korbe in der Ecke aus und zog meinen Büffelpelz über mich, zuwarten, bis mein Bett bereit sein würde; und was thue ich da, alsdaß ich fest entschlafe?"

„Mit einem offenen Ohre, Phineas?" fragte Simeon.

„Nein ! Ich schlief mit beiden Ohren eine Stunde oder zwei,

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