Druckschrift 
2 (1852)
Entstehung
Seite
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doch ihr Gesicht war eines von denen, welche dicZeit nur zu berührenscheint, um sie zu verschönern. Die schneeweiße, glatte Crepphaube,nach dem strengen Quäker-Schnitt gemacht, das weiße Muslintnch,das in glatten Falten über ihrem Busen lag, das Trappkleid, zeigtensogleich, welcher Sccte sie angchörte. Ihr Gesicht war rund undrosig, mit einem Ausdrucke der Gesundheit, wie eine reife Pfirsich.Ihr Haar, durch das Alter zum Theil versilbert, tbeiltc sich glatt zubeiden Seiten ihrer hohen, heitern Stirn, in welche die Zeit keineInschrift cingegrabcn hatte, ausgenommen irdischen Frieden undallgemeine Menschenliebe; darunter schimmerte ein Paar Heller,großer, redlicher, brauner Augen. Man brauchte nur gerade in diesehincinzusehen, um zu fühlen, daß man durch dieselben bis ans denGrund eines so treuen, guten Herzens blickte, als je eines in demBusen eines Weibes schlug. Es ist schon so viel von der Schönheitjunger Mädchen gesagt worden; weshalb hat noch Niemand dieSchönheit alter Frauen besungen? Wenn irgend Jemand einen Ge-genstand der Begeisterung dazu braucht, so verweisen wir ihn aufunsere gute Freundin, Rahel Halliday, wie sic da auf ihrem kleinenRollstuhle sitzt. Er hatte einige Neigung zum Knarren, entwederweil er sich in der Jugend erkältete, oder in Folge des Asthma odereiner Nervenzerrüttung, und wenn sic sich leise hin und her bog,machte das eine Musik, die bei jeden andern Stuhle unerträglich ge-wesen wäre. Aber der alte Simeon Halliday erklärte oft, ihm wäresie so lieb, wie irgend eine andere Musik und die Kinder gestanden,daß sie um nichts in der Welt äufhören wollten, Mutters Stuhlzu vernehmen. Und weshalb? Weil seit zwanzig Jahren und längernichts als liebevolle Worte, freundliche Moral und mütterlich herzlicheGüte von diesem Stuhle ertönte; zahllose Kopfschmerzen warendort geheilt geistige und irdische Schwierigkeiten dort gelöst worden,und das Alles durch eine gute, liebevolle Frau, Gott segne sie!

Also denkst Du noch immer daran, nach Canada zu gehen,Elise?" fragte sic, indem sie ruhig auf ihre Pfirsiche nicbersah.

,,Ja, Madsin," sagt Elise fest.Ich muß weiter. Ich darfnicht bleiben."

Und was willst Du thun, wenn sie Dich ergreifen? Du mußtauch daran denken, meine Tochter."

Meine Tochter!" Diese Worte kamen ganz natürlich über