AtticuS.
225
Botschaft die Nachricht von dem Verlust und der Wiederer-haltung seines Vermögens zugleich erhielt. Ebenso gelanges ihm auch, den Lucius Julius Calidus'), der, wie ichwohl sagen zu dürfen glaube, nach Lucretius und CatulluSTode bei weitem der geistreichste Dichter unseres Zeitalters,und dabei ein eben so edler und durch treffliche Bildung aus-gezeichneter Mann war, als derselbe nach der Aechtung der Rit-ter wegen seiner großen Besitzungen in Afrika von Publius Vo-lumnius, Befehlshaber der Zimmerleute unter Antonius*) **),abwesend schon in die Zahl der Geächteten gesetzt war, wiederfrei zu machen. Ob ihm Dieß im damaligen Zeitpunkte mehrMühe oder mehr Ruhm brachte, war schwer zu entscheiden,da, wie man sah, die entfernten Freunde eben so wohl, alsdie anwesenden, in den sic bedrohenden Gefahren ein Gegen-stand der Sorgfalt für Atticus waren.
15. Atticus galt jedoch für einen eben so guten Haus-hälter, als Mitbürger. So viel Geld er auch besaß, sowar doch Niemand weniger Liebhaber von Kaufen undBauen, als er. Gleichwohl wohnte er vorzüglich gut, undgebot über die gdelsten Genüsse. Sein Haus, das er be-saß, war das Tamphilanische auf dem Quirinalischen Hü-gel, eine Erbschaft von seinem Oheim, deren Anmnth nichtsowohl im Wohngebäude, als in einem Wäldchen bestand.Denn das Haus selbst, ein altes Gebäude, zeigte mehr Ge-
*) Ei» Dichter, dessen Werke nniergegangen sind und dessennur hier erscheinender Name nicht einmal sicher ist.
**) Ein militärisches Amt, das bei jedem bedeutenderen Heere,nur heut zu Tage unter anderer Benennung, nvthig ist.Nepos. 2s Bdchn. 8