Hannibal. 189
wie es stände, und ihm gezeigt hatte, daß alle Ausgängebesetzt seyen, sah Hannibal, daß Dieß nicht von ungefähr sokam, sondern daß cs seiner Person galt, und er sein Lebennun nicht länger mehr behalten dürfte. Um es nicht nachfremder Willkühr hingeben zu müssen, nahm er, eingedenkseiner vormaligen Heldengröße, das Gift, das er immerbei sich zu tragen gewohnt war.
1Z. So endigte einer der größten Männer im siebzig-sten Jahr ein Leben, das eine Reihe vieler und mannigfacherAnstrengungen gewesen war. Ueber das Consulat seines To-desjahres ist mau nicht einig. Attikus nämlich hat in seinemJahrbnche die Angabe hinterlassen, Hannibal sey unter demConsulate des Marcus Claudius Marcellus und Quintus Fa-bius Labeo gestorben; Polybius dagegen nennt das des LuciusAcmilius Paullus und Cnejus Bäbius Tamphilus, Sulpiciusaber dasjenige des Publius Cornelius Cethegus und MarcusBäbius Tamphilus*). — Dieser große Manu, der in so be-deutenden Kriegen beschäftigt war, hat gleichwohl auch einigeZeit den Wissenschaften gewidmet. Man hat nämlich einige,in Griechischer Sprache ausgearbeitete, Schriften von ihm,unter diesen eine, den Bewohnern von Rhodus gewidmete,über den Feldzug des Cnejus Maulius Vulso in Asten**).Die von Hannibal geführten Kriege haben mehrere Geschicht-schreiber gefunden, unter diesen zwei, die sich mit ihm im
* Es handelt sich also um die Jahre L71, 57S und 573 nachRoms Erbauung, Varronischer Zeitrechnung.
»*) Sr besiegte als Consul im I. 684 n. R. S. die in Klein-asieu eiugewanderten Gallier.