184 Cornelius NepoS.
Feinde, behielt er doch auf denjenigen Flügel, wo er beschäf-tigt war, die Oberhand.
v. Nach Antiochu» Ueberwindung *) mußte er fürchten,ausgeliefert zu werden, was auch ohne Zweifel geschehenwäre, wenn er seine Person diesem ausgesetzt hätte. Ergingdaher nach Gortyna ") auf Kreta, um von hier aus sichüber den Aufenthaltsort, wohin er sich begeben könnte, zubestimmen. Aber der Mann, der an Schlauheit Alle über-iraf, sah bald die große Gefahr, welcher er durch die Hab-sucht der Bewohner von Kreta ausgefetzt war, wenn er nichtVorsichtsmaßregeln träfe. Er hatte nämlich große Summenbei sich, wovon, wie er wußte. Etwas bekannt geworden war.Er entschloß sich dcßwegen zu folgendem Täuschungsmittel.Er ließ «ine Menge Krüge mit Blei anfnllen und oben mitGold und Silber zudecken. Diese ließ er in Gegenwart dervornehmsten Einwohner im Tempel der Diana aufstellen, in-dem er sich vor ihnen den Schein gab, als ob er ihrem Schutzesein Vermöge» anvertraue. Während er sie so auf eine ir-rige Meinung brachte, ließ er die ehernen Bildsäulen, die ermit sich führte, sämmtlich mit seinem Gelde anfüllen undiu seinem Haushofe gleichgültig hinlegen. Die Gortynierwaren sorgfältig bemüht, den Tempel zu bewachen, nicht so-
') Bekanntlich führte diesen Krieg von Seiten der RömerScipiv, mit dem Beinamen AsiatikuS, Bruder des großenScipio Afrikanus, von Diesem bedeutend unterstützt.Ehmals eine ansehnliche Stadt, jetzt ein unbedeutendesDorf auf Kandia.