Epaminondas. 127
AlS er dicß hörte, rief er ans: „ich habe genug gelebt, dennich sterbe unbestegt!" Hierauf zog er das Eisen heraus undgab sogleich den Geist auf.
10. Epaminondas war nie verheirathet. Als Pelo-pidas, welcher einen in schlechtem Rufe stehende» Sohnhatte, ihn über Jenem tadelte, weil er auf diese Art keineKinder hinterlasse, und dadurch, wie er ihm vorwarf, nichtgut für das Vaterland sorge, so erwiederte er ihm: „Siehz», daß Du, der Du einen solchen Sohn hinterlassen wirst,nicht noch schlimmer für dasselbe sorgst. Doch kann es mian einer Nachkommenschaft nicht fehlen. Ich hinterlaffe eineTochter, die mich nicht nnr überleben, sondern sogar unsterb-lich seyn muß, die Schlacht bei keuktra." Als unter Pe-lopidas Anführung die Verbannten Theben überrumpelten,und die Lacedämonische Besatzung aus der Burg verjagten,hielt sich Epaminondas, während der Nicdermetzelung derMitbürger* **) ) zu Hause, da er diese Schlechtgestnnten nichtvrrtheidigen und auch nicht gegen sie fechten wollte, um seineHände nicht mit dem Blute von Mitbürgern zu beflecken.Er sah jeden Sieg über Mitbürger als etwas Trauervollesan. Sobald aber vor der Kadmea"*) das Gefecht mit denLacedämvniern begann, stand er in den vordersten Reihen.Ueber die großen Eigenschaften und das Leben dieses Man-nes werde ich wohl genug gesagt haben, wenn ich nnr dießEine noch beifüge, was Niemand wohl in Abrede ziehen
*) Siebe bierüber das Leben des Pelopidas.
**) Burg oder Festung von Theben, nach Kadmus, dem erstenGründer dieses Staates, so genannt.