90
E i n u n d v i e rz i gste r Gesang.
96 .
Bei Jedem sonst, als Roland, wär's gelangen,
Bis auf den Sattel hätt' er ihn zcrspelit;
Allein das Schwerdt, als war' es stach geschwungen,Kehrt rein zurück, vom Blute nicht entstellt.
Doch Noland, von des Schlags Gewalt durchdrungen,Sieht manche Sterne schimmern auf dem Feld.
Der Zügel kam, das Schwerdt auch kam abhanden,Wenn nicht die Ketten an den Arm es banden»
97 .
Der Schall des Hiebes, den der Graf bekommen,Erschreckte seinen armen Gaul so sehr,
Daß er bewies, er sey im Lauf vollkommen,
So flüchtig rannt' er am Gestade her.
Der Paladin, vom Schlage ganz beklommen,
Hat, ihn zu halten, kein Vermögen mehr.
Ihm folgt Gradaß, der sicher ihn erreichte,
Wenn er Bajarden mehr die Sporen reichte.
98 .
Allein er steht in größten Kümmernissen,
Da er zur Seite schaut, den Agramant,
Dem Brandimart, der kühnsten That l en,
Den Helm gepackt mit seiner linken HandUnd schon ihm vorn die Riemen losgcriffe»
Und schon auf seinen Hals den Dolch gewandt.
Nur wenig noch kann Agramant sich wehren,
Denn auch des Schwerstes mußt' er schon entbehren.