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Achtunddreißig st er Gesang»
3 .
Doch da er's that zur Rettung seiner Ehre,
So werd' ihm Lob, und nicht Entschuld'guug nur.Ihn träfe Schimpf und Schmach mit aller Schwere,Verführ' er anders, als er jetzt verfuhr»
Und wenn das Fräulein drauf bestanden wäre,
Nicht weichen soll' er jetzt von ihrer Spur,
So zeugte dies von schwachem Liebesbrande;
Wo nicht, gewiß von wenigem Verstände.
4 .
Denn da, wer liebt, so des Geliebten Leben,Und mehr noch, als sein eignes, lieben muß(Ich meine den, dem nicht die Haut nur ebenGekitzelt ward durch Amors Bogenschuß),^
So muß er mehr für dessen Ehre streben,
Als für den eignen fröhlichen Genuß;
Denn Ehre muß mau mehr als Leben schätzen,Geht dieses gleich vor jeglichem Ergetzen»
5 .
Dem Herrscher treu zu sehn in allen Lagen,War Rüd'gcrs Schuldigfeit; und dieser PflichtVermag er, ohne Schmach, nicht abzusagen,Weil gänzlich ihm ein gült'gcr Grund gebricht.Und hat Almont den Vater ihm erschlagen,
So fällt die Schuld auf Agramauten nicht,
Der, was der Ahnen Grausamkeit gewütet,Durch manche Wohlthat Rüdiger» vergütet.