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12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
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bette kamen mit ihren freudigen Mienen als höhere Menschenan sein bewegtes Herz. Sie wichen eilig zurück, Julienneflog die Treppe herab und küßte den Bruder zum erstenmalöffentlich, in einer schweigenden Vermischung von Lust undWeh. Als sie ihn losließ, fing aus der Nacht im Kirchthurmdas Geläute als Zeichen an, daß der todtc Bruder in dieKirche cinziehc; da stürzte sie wieder aus Albano zurück undweinte unendlich. Sie ging mit ihm hinauf, ohne zu sagen,wen er droben neben dem Pflegevater finde. Eine alte Flötcn-uhr, deren mühsames Spiel von jeher seltenen Gästen dar-gcboten wurde, quoll ihm, als er die Thüre öffnete, mit denNachklängen der Kindertage entgegen.

Eine weibliche lange schwarzgekleidete Gestalt mit einemseitwärts hcrabgehendcn Schleier, welche mit seinem Pflege-vater sprach, wandte sich um nach ihm, da er eintrat. Es warJdoine, aber der alte Zaubcrschein fuhr wieder über seineheute so bewegte Seele, als wenn cs Liane aus dem Himmelsei, mit Unsterblichkeit gerüstet, auf überirdische Kräfte stolzerund kühner, nichts von der vorigen Erde mehr tragend alsdie Güte und den Reiz. Beide fanden sich mit gegenseitigemErstaunen hier wieder. Julienne sah ihrer kleinen Ver-hehlungen und Anstalten sich bewußt ein rothes Wölkchendes Unwillens über Jdoinens mildes Gesicht fliegen; cs waraber bald unter dem Horizont, sobald Jdoine cs bemerkte,daß die Schwester unter dem Lcichengcläutc des Bruders dieThränen nicht bezwingen konnte, und sic ging ihr freundlichentgegen, ihre Hand aufsnchcnd. Jdoine hatte, durch ihreStrenge leicht zum launischen Zürnen, diesem kleinen Kriegedes Zorns, geneigt, sich durch scharfe lange Uebung von die-sem feinsten, aber stärksten Gift des Seclcnglückcs srcigcmacht,