ihn her in Gräber gelegten eingesunknen Menschen, zwarhart und unfruchtbar wie Felsen, aber auch hoch wie Felsen,an die vom Schicksal geopferten Menschen, welche die Milch-straße dcrUncndlichkeit und den Regenbogen der Phan-tasie zum Bogen ihrer Hand gebrauchen wollten, ohne jeeine Sehne darüber ziehen zu können. -— „Warum ging ichdenn nicht auch unter wie Jene, die ich achtete? Wallete inmir nicht auch jener Schaum des Ucbcrmaßes und überzogdie Klarheit?"
Das Schicksal trieb jetzt wieder Spiele der Wiederholungmit ihm; ein flammender Wagen rollte aus einem seitwärtsvom Prinzengartcn ablaufcnden Wege davon; langsam rückteder Leichenwagen des Bruders mit seinen Todtenlichtern denBlumcnbühlcr Berg hinan. „Den langsamen Wagen kenn'ich, wer ist der schnelle?" fragte Albano den Lektor. „Herrvon Ccsara hat uns verlassen" versetzt' er. Albano schwieg,aber er empfand den letzten Schmerz, den ihm der Rittergeben wollte. Er bat den Lektor sehr, ihn allein den Wegnach Blumenbühl gehen zu lassen, weil er lauter Umwegenehme. Er wollte im Tartarus das Grabmal des Vater-Herzens ohne Brust besuchen. Als er durch die lärmvolleVorstadt ging, sah ihn ein alter Mann lange starr an, flohplötzlich mit Schrecken davon und rief einer Frau, die ihmbegegnete, zu: „der Alte geht um!" Der Mann war in derJugend ein Bedienter des alten Fürsten gewesen, war blindund vor kurzem wieder heil geworden; darum sah er denähnlichen Sohn für den Vater an. — In der Stadt war diegewöhnliche Volksfreude über Wechsel laut. In einem Hansewar ein Kinderball, in einem andern eine Truppe von Sprich-wörtcrspielern; indeß die Landtrauer jeden Tanzsaal und jede