Druckschrift 
12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
Seite
306
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gegen den Frieden des Grabes und der Wüste, der mein Lebenstille macht."Ernste Thätigkcit, glauben Sie mir, söhnetzuletzt immer mit dem Leben auS" sagte Jdoine, aber dieruhigen Worte wurden von einer bebenden Stimme getragen,denn durch Hülse ihrer Schwester hatte sie das ganze graueRegenland seiner Gegenwart vor das Auge bekommen und ihrHerz war voll ticsen Mitlcidcns gegen die Menschen.

Er sah sie hier schars au, ihre Nonnen-Augcnlicdcr, dieimmer unter dem Sprechen sich über die ganzen großen Au-gen nicdersenkten, machten sie einer entschlummerten Heiligenso ähnlich; er wurde von ihren letzten Worten an ihr frucht-tragendes Leben in Arkadien erinnert, wo der bunte Blütcn-staub ihrer Ideen und Träume, ungleich dem schweren todtcnGoldstaub des bloßen Ncichthums, leicht im heitern Lebenflatternd, unbemerkt belebend, endlich feste Wälder und Gär-ten auf der Erde ausbrcitctc alles in ihm liebte sic undrief: nur sie könnte deine letzte wie deine erste Liebe sehnund sein ganzes Herz, durch Wunden offen, war der stillenSeele aufgethan.A Aber ein ernster, harter Geist schloß eswieder zu:Unglücklicher, liebe keine mehr, denn ein dunklerWürgengel geht hinter deiner Liebe mit dem Schwert, undwelche Rosenlippe du an dich drückst, diese berührt er mit derscharfen Schneide oder mit der Giftspitze, und dann vergehtoder verblutet sic."

Er sah schon den Glanz dieses Schwerts im langen Dun-lkcl ziehen; denn Jdoine hatte das Gelübde gcthan, nie unterihrem Fürstenstande die Hand zum Bunde der Liebe zu rei-chen. So standen beide geschieden neben einander in EinemHimmel, eine Sonne und ein Mond, durch eine Erde 'ge-trennt. Sie beschleunigte ihre Entfernung. Albano hielt es