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gemalt — Nur stand Jdoinc größer da, wie eine Aufcrstan-dcnc, stolzer und länger ihre Gestalt, blasser ihre Farbe, den-kender die jungfräuliche Stirn. Sie konnte, da er sic soschweigend und vergleichend anblickte, sich der Rührung überden getäuschten Unglücklichen nicht erwehren, nnd sie weinte,und er auch.
„Betrüb' ich Sie auch?" sagte er in höchster Bewegung.Mit dem Sprachtone der Jungfrau, die unter den Blumenlag, sagte unschuldig Jdoinc: „ich weine nur, daß ich nichtLiane bin." Schnell setzte sic hinzu: „ach diese Stelle ist soheilig, und doch ist's der Mensch nicht genug." — Er ver-stand ihre Selbst-Rüge nicht. Ehrfurcht und Offenherzigkeitund Begeisterung bemächtigten sich seiner, das Leben standglänzend aus der engen, bangen Wirklichkeit ans, wie auseinem Sarg, der Himmel sank näher herzu mit hohen Ster-nen und beide standen mitten unter ihnen: „Edle Fürstin,(sagt' er) hier entschuldigen wir uns beide nicht — Die hei-lige Stelle nimmt, wie eine zweite Welt, das Fremdseynweg — Jdoinc, ich weiß cs, daß Sie mir einst den Friedengegeben und vor der verborgnen Hülle des Geistes, in dessenSinne Sie sprachen, dank' ich Ihnen hier."
Jdoinc antwortete: „ich that cs, ohne Sie zu kennen,und darum könnt' ich mir den kurzen Gebrauch oder Miß-brauch einer entfliehenden Achnlichkcit erlauben. Hätt' cs vonmir abgchangcn, so hätt' ich Sic nie mit einer so unbedeu-tenden, wie eine äußere ist, doch so schmerzlich erinnert. Aberihr Herz verdient Ihr Andenken und Ihre Trauer. Manschrieb mir. Sie wären nicht mehr in Lindcnstadt." — Siesuchte jetzt zum Fortgehen zu eilen. „In einigen Tagen (ant-wortete er) werd' ich auch reisen. Ich suche Trost im KriegeIran Paul'S ausgcw, Werke. XII. 20