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12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
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der Ruhenden spielten und sich neigten und wiegten. Hochund weit gingen die Sterncnbogen wie schimmernde Ehren-bogen über die kleine Erdenstclle her, über den geheiligtenOrt, wo sich Linnens Hülle, das kleine Licht- und Rosen-wölkchcn, niedergcsenkt, als cs den Engel nicht mehr zu tra-gen hatte, der in den Acthcr gegangen war und aller Wolkennicht mehr bedurfte. Plötzlich erblickte der schaudernde AlbanoLinnens weiße Gestalt an die Linde gelehnt und gegen denAbcndstcrn und die Abcndröthc gewandt; lange schancte er ander seitwärts gekehrten Gestalt die himmlisch-hcrabsteigcndeAntlitz-Linie an, womit Liane so oft als eine Heilige unbe-wußt neben ihm gestanden noch glaubt' er, ein Traum,der Proteus der menschlichen Vergangenheit, ziehe das Luft-bild aus dem Himmel hernieder und spiel' cs vor, und ererwartete das Vergehen. Es blieb, aber ruhig und stumm.Hinkniccnd, wie vor der offnen Pforte des weiten langenHimmels voll Verklärung und Gottheit, und aufgerissen ansden Erden-Thälern, rief er aus:Erscheinung, kommst duvon Gott, bist du Liane?" und ihm war, als stcrb' er.

Schnell blickte die weiße Gestalt sich um und sah denJüngling, sie stand langsam auf und sagte:ich heiße Jdoine,ich bin unschuldig an der harten Täuschung, sehr unglücklicherJüngling." Da bedeckte er seine Augen, aus schnellemSchmerz über die Wiederkehr der schweren kalten Wirklichkeit.Darauf sah er die schöne Jungfrau wieder an und sein gan-zes Wesen zitterte vor ihrer verklärten Achnlichkcit mit derTodtcn: so lächelte sonst Lianens zarter Mund im Lieben undTrauern, so öffnete sich ihr mildes Auge, so ging ihr seinesHaar um das blendend-weiße, gefällige Angesicht, so war ihrganzes schönes Gcmüth und Leben aufrichtig in ihr Antlitz