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Wie viel war seitdem verändert, durch einander, über ein-ander gestürzt! Wie viele Blätter waren wieder Knospen ge-worden! Und mancher Schaum des Lebens, der weiß und zartund leicht ihn sonst erfreuet hatte, erkältete jetzt als graues,schweres Wasser seine Brust, und er hatte außer seinen Levcns-muth fast wenig behalten. Bei Dian hört' er von neuenVeränderungen, von des Fürsten nahem Sterben, von Jdoincnsnahem Kommen zur Schwester vor der Trauer. Wie wunder-bar-verstört schlug seine Seele aus ihrem Winter-Schlafe inden warmen Sonnenschein, den dieses Ebenbild Lianens umsein Leben legte, die Augen auf! — In mancher stillen Nachtneben Schoppens Geister-Lagcr war ihm schon, seitdem Ju-lienne ihn zum erstenmal die Erscheinung dieses FriedcnscngelSohne den Schleier sehen lassen, die vorige Zeit und Liebe wieein Himmel ferner Sterne wieder aufgegangcn, und in demHelldunkel der von Schlaf entkleideten Träume sah er auf demMeere der Zeit eine ferne, ferne Insel — hinter sich, odervor sich, wußt' er nicht — wo eine weiße abgewandte GestaltLianen gleich oder ähnlich schwebte und als Nachhall sang —Jetzt dicht nach dem Stcrbemonat des Bruders folgte derSterbemonat der Schwester Liane. Wär' es möglich, daß dieUcbcrirdische aus dem stillen Spiegel der zweiten Welt, undaus dessen unabschlichcn Fernen herausträte wieder in denirdischen Luftzug und nach der Verklärung wieder verkörperthier ginge?
Aber die Freundschaft forderte Raum für ihre Schmerzenund diese Wolkcn-Bilder wurden bald von ihr bedeckt oderumgestürzt. Er war nicht im Stande, so sehr er's auchwünschte, von Schoppe eine Beschreibung jener Heilungs-Nacht zu fordern, ja nur zu leiden, worin Jdoine Liane ge-