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12 (1848) Titan : vierter Band
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wesen; und doch war diese Gestalt der einzige lebendig-spielendeJuwel im Todtenring an dem Skelet der harten Zeit, dasvor ihm stand. Welche Tage! Was ihm die Gräber nichtwegschlangen, hatte die Erde dahin genommen, und Gaspard,sonst sein hoher Vater auf einem reinen Thron des Himmels,war nun seiner Phantasie mit fürchterlichen Höllen-Kräftenund Waffen nach unten erschienen, auf einem Throne des Ab-grunds sitzend.

Desto milder umfloß ihn nun, als er in Dians Hausewar, die stillere Gegenwart, der Gedanke des ruhenden Freun-des, der Anblick des nahen Traum-Tempels, wo Liane einmalJdoine gewesen, und die Verkündigung, daß das Ebenbild derGeliebten nahe. Er malte sich den süßen und bittcrn Schreckenihrer Erscheinung vor ihm; denn wie in dem Strome diehinübergebogne Blume nicht nur ihr Bild, auch ihrenSchatten entwirft, so ist sie Liancns schönes Bild undSchatten zugleich und in der Lebendigen würde ihm eineVerlorne und eine Verklärte zugleich erscheinen.

Unter diesem träumerischen Helldunkel und Abendroth,aus Vergangenheit und Zukunft zusammcngefloffen, kam er insein Haus zurück. Ein scharfer Blitzstral schlug weiß überdas träumerische Roth, sein Schoppe war nach wenigen Mi-nuten des Zwangschlafs wild aufgefahrcn und wahnsinnigentsprungen, niemand wußte wohin. Der Arzt kam und sagteentscheidend, entweder Hab' er sich ins Wasser gestürzt oderjeden andern, er sei wild dahin gerannt und habe noch seinenStockdegen mitgenommen.