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12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
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Ehe der vierte Akt sich anfing, hob der Spanier dieLinke empor und die schwarze Dohle sprach sogleich:dieSünde straft die Sünde nnd den Feind der Feind; zaumlosist die Liebe, zaumlos auch die Rache Seht, nun kommtder Mensch, den sie nicht mehr lieben, nnd bringt seine Wun-den mit und seinen Zorn." Hiort stand da, wie vor seinemGrab, das seinen Kopf nicdcrzog unendlich weinend nndtrinkend sanfte Abend-Töne der Musik verschmolzen mitdem aufgelösten Leben:ach, so ist's! (rief er aus tiefer,schmerzender Brust.) Wirs sic nur endlich weg, die zwei letz-ten Rosen deS Lebens*) zu viele Bienen nnd Stachelnstecken in ihnen sie ziehen dein Blut nnd geben dir Gift

O wie ich liebte! Allmächtiger droben, wie ich liebte!Ach nicht Dich! Und nun so steh' ich leer und arm nndkalt, nichts, nichts ist mir geblieben, kein einziges Herz, nichtmein eignes das ist schon hinunter ins Grab DerDocht ist ans meinem Leben gezogen und es rinnt dunkel hin

O ihr Menschen, ihr dummen Menschen, warum glaubtihr denn, daß es noch Liebe gebe hicnicdcu? Schauet michan, ich habe keine Wol ein lustiges Farbcnband der Liebe,ein Regenbogen zieht sich hin und stellt sich fest herüber unteruns wankende Wolken, als binde und trag' er sie Spaß-haft! er ist auch Wolke, und lauter Fall anfangs glänzenbunte Frcudcntropfcn, dann schlagen schwarze!"

Er schwieg ging langsam auf und ab sah ernsteinem Waffen- und Larvcntanz innerer Gespenster zu standstill Die Schatten schwarzer Thaten spielten durch einanderum ihn Plötzlich fuhr er auf, ein Wetterstral eines Gedan-

') Liebe und Freundschaft.