Druckschrift 
12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
Seite
227
Einzelbild herunterladen
 

227

besonnene Schwester Jdoine nach ihren stillen Fragen in Brie-fen und nach andern Zeichen fast beides durch ihn verloren,was sic ihm am Krankenbette wicdcrgcgebcn, Gesundheit undFriede, und daß er nie hoffen solle, die Gräfin je abtrünnigzu sehen oder auch zu machen.

Endlich sagte sic langsam das fürchterliche Wort:Ro-quairol, Sic haben Seine Stimme und Sie hat Abends keinAuge."Himmel und Hölle!" rief er aus, wechselnd rothund blaß und zugleich iu Himmel und Hölle sehend, derenThüren vor ihm ausspraugen.Vu!" setzt' er schnell dazu,ohne die schwarze Tiefe dieses wcißschäumendcn Meers nochdurchdrungen zu haben. Die Fürstin umarmt' ihn feurig, ersie noch feuriger.In einer poetischen Dichtung (sagt' er)wäre mir dein Gedanke leicht gekommen, aber iu der Wirk-lichkeit Hab' ich keine List!"O Schalk!" sagte sie. Sofrüh und so lang' er nur durfte, sagte er Du, weil er dasHerz kannte, besonders das weibliche. Bald darauf, als sienoch offenherziger gegen einander gewesen waren, sagte sie:bleibt Sic unschuldig bei Ihnen, so haben Sie niemand be-leidigt und niemand hat verloren; bleibt Sie cs nicht, sowar Sie es entweder nicht, oder sie verdiente die Probe undStrafe, getäuscht zu werden."Ja, das ist göttlichdas gehört in den herrlichen Trauerspicler kurz vor dem Ende"sagt' er, wollte sich aber nicht darüber erklären.

Jetzt kam Ziel und Mittelpunkt in die wilden Kreiseseines Treibens. Er zerlegte kalt Albano's Briefe der Liebein große und kleine Buchstaben, blos um sic pünktlich nach-zumachen; daher fand einmal Albano bei Rabettcn seine Hand-schrift ohne seine Gedanken. Er fragte Rabettcn alle kleineVerhältnisse Albano's ab, um seine Rolle bis ins Kleinste

15 *