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„ist's so?" fragt' cr leise — sie zeigt' ihm einen Brief —„Fürstin, (sagte er wüthend ihre Hand an seine Lippen fort-prcssend) dn hattest Recht, vergib mir nun alles."
Wie groß cr von Albano gedacht, sah cr erst jetzt ausseiner Verwunderung über das Natürlichste von der Welt.Nie hasset das Herz bitterer, als wenn cs den Gegenstand,den es vorher unter dem Hassen achten mußte, nun ohne Ach-ten hassen muß; so wie aus demselben Grunde den schlimmenMenschen die Heuchelei des andern weit tiefer und eigennützi-ger entrüstet als den frommen. Noquairol glaubte jetzt, denstolzen Freund recht anfeinden zu dürfen; cr wurde aus einerdeutschen Ruine eine welsche voll Skorpionen. Die Fürstinwurde das heiße Klima, das die Skorpionen erst recht ver-giftet. Sic erzählte ihm, wie Albano sic so lange zu gewin-nen und aus seine tiefen Minen zu locken gesucht, blos umbei deren Aufspringcn den Genuß der Kälte und des Hohnszu haben, und wie cr so gleichgültig vom Hauptmann ge-sprochen, ohne ihn nur des Hasses zu würdigen.
Die Fürstin erlaubte dem Hauptmann eine Stufe nachder andern an ihrem Throne hinaufzugchcn, bis er keine mehrhatte als ihre eigne Person. Sie gab ihm auch die letzteStufe unter der Bedingung preis, sie zu rächen. Er sagte,cr räche sie und sich, denn Albano habe feierlich in dem Tar-tarus der Gräfin für ihn entsagt. So schienen beide ihrewahre Liebe unter die Larve der Rache zu stecken, die Fürstinihre für den Hauptmann, cr seine für Linda.
Sie brachte ihm einen Plan immer dichter vor das Auge,den cr nicht erblickte, so sehr sie ihn reizte durch die Bemer-kung, daß Albano ein größerer Weiber-Liebling sei und sehnwerde, als man bisher noch dachte, daß sogar ihre fromme