Druckschrift 
12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
Seite
214
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erschrocken und heftig drückte sic sich an die Freundin sagte:ick liebte Sic schon lange" und weiter sprachen sie nichts.

Schnell faßte sic sich erinnerte Julienne au Liuda'sNachtblindheit und bat sie geradezu, ihr als ihre Freundinnachzugehen, ob sic gleich selber gern ihr dieses Verdienst ab-stchlcn würde, wenn sie dürste. Julienne eilte in den Garten,fühlte cs aber nach, daß Jdoinc ihr Du nicht erwicdert hatte.Jdoine mied das weibliche Du; ungleich den Orientalcriuncn,welche vor Verwandten den Schleier weglasscn, nahm sic, wieihre Französinnen, sogar in die Herzlichkeit die zarten Gesetzeder Politesse herüber.

Julienne fand ihre Freundin im Garten in einer dunkelnLaube still, mit tief gesenkten Augen, in Träume ciugcgrabcn.Linda fuhr auf:Sie liebt Ihn! (sagte sic mit Schmerz undFeuer) Hör' cs, Julienne, Sie liebt Ihn!" Diese könnt' ihrüber das Aussprcchen einer Wahrheit, mit der sic gerade ausJdoincns Armen gekommen war, nichts als ihr Erschreckenzeigen; aber Linda nahm es für, Erstaunen und fuhr fort:bei Gott! Mein Blick hat sie aufgehascht. O sonst warsic weit nicht so lebhaft und ernst und rührbar und weichIhre innerste Bewegung bei meinem Erblicken und ihrWeinen bei Noquairols Stimme, weil sic seiner gleichtund ihre lange feurige Hochzcitpredigt Und die Scclenblickeauf mich o hat sic Ihn denn nicht im großen herrlichenAugenblick gesehen, da der Blühende weinend kuieetc und dasgöttliche Haupt gen Himmel hob und die Verklärte und denFrieden hcruntcrrief? O daß sie cs nur wagte, ihm beidesvorzuspiclen! Und kann sie das vergessen?"

Julienne kam endlich zum Worte:so setz' eS denn; istJdoinc aber nicht edel und fromm?"Ich habe nichts