der selber zieht, ich lobe mir einen hübschen grünen Wurzcl-baum, der da bleibt und ein Nest annimmt." —
Wider ihre Gewohnheit lachte Linda darüber nicht, son-dern ging allein, ohne ein Wort zu sagen, in den Gartenund Mondschein hinunter.
„Die Gräfin (sagte Jdoine zur Freundin, bekümmert überdie Bedeutung des stummen Ernstes) hat uns, hoff' ich, nichtmißverstanden." — „Nein, (sagte Julienne mit freudigenMienen über den crrungncn Eindruck, den die Rede aus Lindagemacht) sic hat die seltenste Gabe, zu verstehen, und dashäufigste Unglück, nicht verstanden zu werden." — „Das istimmer beisammen," sagte sie, sann nach, sah Julienncn an,endlich sagte sic: „ich muß ganz wahr sehn, ich wußte derGräfin Verhältnis durch meine Schwester — Freundin, ist Erihrer ganz wcrth?" Eine Frage, deren Quelle die Prinzessinnur in rachsüchtigen Einflößungen der Fürstin suchen konnte.
„Ganz!" antwortete sie stark. „Ihnen glaub' ich gern,"versetzte Jdoine, mit den Lauten eilend, aber mit Blickenruhend. Sie sah die Schwester Albano's immer länger an— die großen blauen Augen schimmerten stärker — MincrvcnsHelm war vom jungfräulichen Haupte abgehoben — das sanfteAngesicht erschien lieblich, ruhig klar, nicht stärker bewegt alscs ein Gebet vor Gott erlaubt, und so wenig begehrend wieeine Verklärte, und doch immer himmlischer glänzend — Ju-licnncns schönes Herz stürmte auf, sic sah Liane wieder, alssei sie vom Himmel gekommen, den geliebten Menschen aneinem neuen Herzen cinzusegncn; — sie sagte mit Thräncn:„Du, du hast Ihm einst den Frieden gegeben." — Jdoinewurde überrascht — aus ihren Hellen Augen drangen zweiThränen — mit Nachdruck antwortete sic: „gegeben" -—