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12 (1848) Titan : vierter Band
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soll*), sie würden höchstens sich nur noch heiliger binden undlieben man zähle eben so viele wo nicht mehrere unglück-liche Liebcshändcl als unglückliche Ehen man könne zwareine Mutter, aber nicht ein Vater scyn ohne die Ehe unddieser müsse jene und sich durch die Sitte ehrenich bineine Deutsche (beschloß sic) und achte die alten Nitterfrancn,meine Ahnen, hoch, selig ist eine Frau wie eine Elisabeth undein Mann wie Götz von Bcrlichingen, in ihrer heiligenEhe."-

Ans einmal sand sie sich selber überrascht von ihremFeuer und ihrem Strome:ich bin ja (setzte sie lächelnd hin-zu) eine pedantische Prcdigerswittwc geworden; das macht,ich bin die höchste Obrigkeit von dem Dörfchen, und lasse, dasäst in jeder Hütte eine glückliche Widerlegung der Ehelosigkeitwohnt, ungern andere Meinungen hier aufkommcn."

O, Mädchen (sagte Julienne lustig, weil sie Linda ernstsah) sprechen immer mitunter ein wenig von Liebe und Ehe;sie ziehen sich gern ans einem Brautkranz Blumen."

Daraus, wissen Sie, könnt' ich mir wol keine nehmen"sagte Jdoine, ans das eidliche Versprechen anspielcnd, welchessie ihren über ihre enthusiastische Kühnheit argwöhnischenEltern geben müssen, nie unter ihrem Fürstcnstandc zu hci-rathcn, was ihr nach ihrer scharfen Gesinnung und Lage soviel hieß als Ehelosigkeit.Recht hatten Sie indcß (ver-folgte Julienne und wollte scherzhaft bleiben); die Liebe ohneEhe gleicht einem Zugvogel, der sich ans einen Mastbaum setzt,

*) Bei vcn Morlacken. S. Sitten der Morlacken. Nus demItalien. 1775.