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12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
Seite
211
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Wurzeln finden würden. Durch die leichte Wendung einesLobs, das sic Jdoinen über ihren muthigcn Widerstand gegendas Schiffzichen in einer verhaßten Fürsten-Ehe und überden Gewinn eines ewigen Jugcudlcbcns gab, brachte sie dieGräfin dazu, ihren ketzerischen Haß gegen die Ehe zn offen-baren und zu sagen, daß diese die Blume mit einem scharfenEisenringc an ihren Stab peinlich gefangen lege daß Liebeohne Freiheit und aus Pflicht nichts sei als Heuchelei undHaß und daß das Handeln nach der sogenannten Moralso viel sei, als wenn einer nach der Logik, die er vor sichhätte, denken oder dichten wollte, und daß die Energie, derWille, das Herz der Liebe etwas Höheres sei als Moralund Logik.

Jetzt kam ein Briefchen von der Ministerin, worin sicihre heutige Abwesenheit mit dem zu traurigen Abschiede ent-schuldigte, den ihr Sohn diesen Abend so sonderbar und wieauf immer von ihr genommen. So viele stille Gedanken auchdiese Nachricht in Julienne und Linda uachließ: Jdoine kamdurch sie nicht aus der lebhaften Bewegung, worein die vorigeRede sie gesetzt, sondern mit einem edlen Zürnen, das aus derschönen Jungfrau einen schönen Jüngling machte und ihrMinervcns Helm aufsetzte, erklärte sic der hohen Gegnerin,die weniger durch fremde Heftigkeit als durch fremde Gesin-nung aufzurcizen war, diesen Krieg: gewiß sei nur ihre Ab-neigung gegen diePriester" an der zweiten Abneigung gegendie Ehe Schuld sei denn das Eheband etwas anders alsewige Liebe, und halte sich nicht jede rechte für eine ewige? eine Liebe, die einmal zu sterben glaube, sei schon todt,und die ewig zu leben fürchte, fürchte umsonst wenn sogarFreunde am Altäre verbunden würden, wie irgendwo geschehen

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