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12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
Seite
210
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Was haben wir nun davon? (sagte Idoine spät undnahe am Dorfe.) Wir schcn's voraus, daß wir zu weichwurden, und geben uns doch hin. Darum nennen uns ebendie Männer schwach. Sie bereiten sich auf ihre Zukunft durchlauter Abhärtungen vor, und nur wir uns durch lauter Er-weichungen."WaS soll man denn machen (sagte Ju-lienne), in Flüsse springen, aus Berge, auf Pferde und soweiter?"Nein (sagte Idoine), denn ich sch' cs an meinenBäuerinnen; sic leiden an Nerven bei aller Muskel-Arbeit sogut wie andere Mit dem Geiste, glaub' ich, müßten wiralle mehr thun und suchen; aber wir lassen immer nur dieFinger und Augen sich üben und regen, das Herz selber weißnichts davon und thut dabei, was es will, es träumt, weint,blutet, hüpft Ein wenig Philosophien war' uns dienlich;aber so geben wir uns allen Gefühlen gebunden dahin, undwenn wir denken, ist's blos, um ihnen noch gar zu helfen."

Sie kamen ins Dorf zurück, cs war voll geschäftigenAbendlärms, Kinder tanzten Jdoiucn entgegen, von den Höhenklangen Alphörner herein und aus den Häusern Flöten undLieder heraus. Idoine gab heiter Abcndbefehle.Wie doch(sagte sic) die äußere Ruhe so leicht die innere aufhcbt. Einbeschäftigtes Herz ist wie ein umgcschwungcncs Gefäß mitWasser; man halt' cs still, so fließet es über."

Julienne hatte schon einigemal, aber vergeblich, nach demSteuerruder der Zeit und Rede gehascht, um ihren Plan zuvollsühren; jetzt da sie Linda's Schweigen, Rührung undTräumen bemerkte, glaubte sie die lang' erwartete günstigeStunde zu treffen, wo einige Worte, die Idoine über die Eheausstrcuetc, in Linda einen ausgcwcichtcn Boden für ihre