Abend von Fernen stehen sehe. „Die Singstimme klingt mirso bekannt," sagte Linda. „Roqnairol ist'S, nichts weiter,wollen wir fort!" sagte Julienne; aber Linda bat zn bleibenund Jdoine willigte höflich ein.
Nun gab das Echo — das Mondlicht des Klangs —wieder Töne wie Todtcnlieder aus dem Todtcn-Ehor; und cswar, als sängen die vereinigten Schatten sic in ihrer stillenWoche unter der Erde nach, als regte sich der Lcichcnschlcicraus der weißen Lippe und aus den letzten Höhlen tönte einhohles Leben wieder. Das Singen hörte auf, Alphörnerfingen ans den Bergen an. Da ging wieder das Nachspieldes Tonspicls feurig herüber, als spielten die Abgcschicdncnnoch hinter der Brustwehr des Grabhügels und kleideten sichein in Nachklänge. Alle Menschen tragen Todte oder Ster-bende in der Brust; auch die drei Jungfrauen; Töne sindschimmernd zurückflattcrndc Gewänder der Vergangenheit underregen damit das Herz zu sehr.
Sie weinten, und keine konnte sagen, ob trübe oder froh.Die bisher so gemäßigte Jdoine ergriff Linda's Hand undlegte sic sanft an ihr Herz und ließ sic wieder sinken. Siekehrten schweigend und einig um. Jdoine behielt Linda ander Hand. Die unterirdischen Wasser der Tobten-Echos undAlphörner rauschten ihnen nach , obwol ferner. Julienncnentging cs nicht, wie sehr Jdoine ihr Gesicht, blos um cs ihrmit den großen Tropfen in den großen Angen zn entziehen,immer der dicht verschleierten Linda znwandte; und sie schloßdaraus, daß Jdoine vieles wisse und kenne und die Braut desJünglings ehre, dem sie durch ihre schöne Aehnlichkeit dasfrohe Leben zurückgcgebcn.
Jean Naul's ausgcw. Werke. XII.
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