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blitzten sie mir vorüber. Ich habe nie gespielt, sondern frühgelesen. Da ich sehr ernst war und meine Gestalt sich zeitigentwickelte, so wurd' ich früh als eine Erwachsene behandeltund ich begehrt' es auch. Niemand war mir ernst genug,außer der Vormund, der mit heimlicher Hand meine Entwick-lung regierte. Vor Büchern und im Rciscwagcn da vergingmein erstes Leben. Ich beneidete die Männer um ihr Wissenund ihre Freiheit, aber sie gefielen mir nicht, die Weiber nochweniger. Ich galt für stolz — und früher war ich's auch— und für phantastisch; ich nahm cs nicht übel, und sagte:
ihr habt euere Weise und ich meine."-Durch Dian
und Julienne wurde die Erzählung gestört.
118. Z y k e l.
Die erste einsame Minute, die Albano mit seiner Schwesterfand, legte er zur Nachfrage über ihre lateinische Nachrichtan, daß Linda's Vater gerade an ihrem Hochzcittagc erscheinenwürde; aber sie verwies ihn aus seinen eignen, der ihm allesüber Linda's ihren sagen könne — und bat ihn, „Linda zuschonen, nicht nur in ihrer Zartheit, sondern auch in ihrereignen Ehe-Scheu, die sehr weit gehe. Sie konnte nicht ein-mal eine Freundin an den Traualtar begleiten (setzte Juliennedazu), sie nannte diesen den Richtplatz der weiblichen Freiheit,den Scheiterhaufen der schönsten freiesten Liebe, und sagte, dasHeldengedicht der Liebe werde dann höchstens zum Schäfcr-gedicht der Ehe. Freilich weiß sie nicht, wohin solche Grund-sätze endlich führen." — „Ich hoffe auch, daß du ihr ver-trauest," sagte Albano, sich diese Seltsamkeit anders und höherab leitend als seine strenge Schwester. Sie brach schnell ab.