zumachcn. Der grünende, blühende, glänzende Tag verschlangbald die kalten Schatten, die von Höhen und Gräbern derVergangenheit hcrcingcsallcn waren. „Aber jetzt (sagte Albanozn Linda), da Sic eben ans meiner Kinderstube gekommen find,führen Sie mich einmal in die Ihrige." — „Ich will dichnur erst bekränzen, da wir am rechten Orte find," sagte sieund brach und band aus dem Lorbeerwald, durch dessen Ge-wimmel von lichten und dunkeln Wellen sie jetzt gingen,Zweige zum Kranz. Körperliche Geschäftigkeit gab dieserJungfrau, welche leichter Töne und Farben und Ideen ver-knüpfte, ein besonders rührendes Ansehen von Kindlichkeit undnaiver Herablassung. Sie stocht die Krone aber mühsam,verwechselte einmal den ähnlichen Erdbcerbaum mit dem Lor-beerbaum, that noch einen blühenden Myrtenzwcig hineinund schmückte damit sein lockiges Haar, aber sehr ernst: „derKranz geziemt dir; die hohen Lorbccrn oben am Gipfel wirstdu dir schon einmal selber holen," sagte sie. Er glaubte, siespiele unter dem Ernst, allein sie sah den Bekränzten freudigund prüfend an und lächelnd, aber wie eine Mutter, undsagte: „So ist's recht! Was willst du noch? Ich bring' es.Albano, ich habe in dieser Stunde eine ganz besondere undneue Liebe zu dir, ich möchte für dich viel thnn, viel leiden.Mein Herz ist bewegt von überschwenglicher Liebe. Küsse michnicht. Ich will dir erzählen." Die schöne Weiblichkeit, dieden Geliebten heißer und näher liebt, wenn sie znm crstcnmalcsein Eigenthnm, seine Kindheitsörter, seine Wohnungen betre-ten, erfüllte unerkannt ihr starkes Herz. Er küßte sie nicht —er sah sie an und weinte in Liebes-Wonne — sie neigte sichherüber und sagte, aber heiter: „ich weine sehr schwer, Lieber!Ich will dir das von meiner Kindheit erzählen, was du ver-
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten