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12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
Seite
133
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wo sein Leben sich blühend auseinanderschlug, als nach Tivoli,wo er zwei Herzen an eines zu drücken hoffte.

Er sand, da er in der Stadt Tivoli ankam, die seurigenMädchen schon entwichen nach der Kaskade. Wie ein Menschim Tcmpe-Thal oder vor dem Gcnfcrsec nur im unachtsamenTraum am User vor den Waffcrbildcrn des Himmels und derErde vorübergeht, weil ihn die blühenden Urbilder ringsumher umfangen und entzünden: eben so glitten die Felsender bevölkerten Landschaft und der runde Vcsta's-Tcmpel unddie in einander fließenden Thälcr vom römischen Thor an biszum Tempel, diese glänzenden Reihen glitten nur als Traum-nnd Wafscrbildcr vor dem Herzen vorüber, worin eine Ge-liebte lebendig blühte und mit der Fülle einer Welt eine Weltverdrängte.

Er irrte unter dem Gewühlc der Aussichten umher, ohnedie schönste zu finden, als ihn ein kurzer blaßgelber reich-gekleideter Mensch mit eingeschrnmpstem Gesichte erblickte undmit dem seidnen Arm auf den Weg zur Kaskade zeigte, un-gefragt sagend: wenn er die Damen suche, so seien sie bei dergroßen Kaskade.

Albano schwieg, ging weiter, sah zwei und erkannte Lindaan ihrer hohen Gestalt. Endlich sahen, fanden, umfaßten sichdie drei Menschen, und der herrliche Wafserstnrm wehte in dieEntzückung. Linda sagte zärtliche Worte der Liebe und glaubtestumm zu sehn, denn das schöne Gewitter aus Strömen zerrißdie zarten Sylbcn wie Schmetterlinge. Sie hatten sich nichtgehört und standen, schmachtend nach ihren Lauten, nmrungenvon fünf Donnern, mit weinenden Augen voll Liebe undFreude vor einander. Heilige Stelle, wo schon so viele tausendHerzen heilig brannten und selig weinten und sagen mußten: