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12 (1848) Titan : vierter Band
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heit, alle aber selbstsüchtig; wicwol sic, wenn ihr Herz vollund nicht im Abnehmen ist, eben wie der volle Mond diewenigsten Flecken zeigen. Neben den Lehren meiner großenMutter, neben Ihrem großen Vater bestand Keiner. IhrenRoquairol konnte man weder lieben noch hassen noch achtennoch fürchten, wicwol sehr nahe an alles dieses zusammenkommen.

Es machte viel auch, daß ich immer reifete; Reisen er-hält oft kälter. Wenn ich nach der Küste sehe und denke, daßein großer Römer bald in Baja, bald in Deutschland, baldin Gallien, bald in Nom war, und daß ihm die Erde einegroße Stadt wurde: so begreif ich leicht, daß ihm die Men-schen zu Massen wurden. Reisen ist Beschäftigung, was unsWeibern immer fehlet. Die Männer haben immer zu thnnund schicken die Seele auswärts, die Weiber müssen den gan-zen Tag daheim bei ihrem Herzen bleiben. In der Schweizlegt' ich mir (so wie die Prinzessin Jdoine) eine kleine Oeko-nomie an, und ich weiß, wie man über kleine Ziele, die mantäglich erreicht, sich über das hohe tröstet, das wie ein Got-tes-Thron in der Höhe liegt.

Da kam ich gerade in dieser stillen Woche des Lebensan den Eissee in Alontanvort. An pittoresken Bergen,Ebenen, Klüften hatt' ich mich in Spanien satt gesehen, undan Eisbergen in der Schweiz. Aber ein Eismeer in dieserHöhe, ein einsames uraltes blaugrünes Meer von rothenFelsen umstanden, eine breite Wüste voll reger aufstehenderWellen im Sturm, die ein plötzlicher Tod, ein Meduscnhauptso mitten im Leben starr und fest gemacht! Es schlug einGewitter, mir sonst furchtbar, damals mit Flammen den Bergherauf, ich merkt' es kaum, meine Seele hing sinnend an der