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12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
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lind sich! O Linda, ich bin noch voll von dem Morgen;auch wohne ich noch auf der erhabnen Hölle. Gestern reifeteich am Morgen mit meinem Lai-tolomao durch den reichenvollen Gartenweg nach dem heiteren Portici, das sich an denRiesen anschmicgt wie Katana an den Aetna. Immer dieselbegroße durch dieß erhabene Land ziehende epische griechischeVerschmelzung des Ungeheuern mit dem Heitern, der Naturmit den Menschen, der Ewigkeit mit der Minute. Land-häuser und eine lachende Ebene gegenüber der ewigen Todes-fackel zwischen alten heiligen Tempelsäulen geht ein lustigerTanz, der gemeine Mönch und der Fischer- die Glut-Blöckedes Bergs thürmcn sich als Schutzwehr um Weingärten undmntcr dem lebendigen Portici wohnt das hohle todte Herku-» lanum ins Meer sind Lavaklippen gewachsen, und in dieBlumen schwarze Sturmbalken geworfen. Das Steigen waranfangs meiner Seele Erquickung, der lange Berg wurde dervollen Wolke ein Ableitcr. Spät Nachts im ewigen Steigenkamen wir ohne Genuß der Abendsonne, durch deren rothenGlanz aus der Asche wir schnell waten mußten, hier beimEinsiedler an; der Mond war noch nicht heraus. Deine Inselnoch unsichtbar. Ost donnerte es unter dem Fußboden derStube. Da wurd' ich aus einmal vom Einsiedler schön anmeinen alten Schoppe erinnert, indem er mir erzählte, daßeinmal ein hinkender Reisende mit einem Wolfshund hierübergesagt: im Vesuv sei der Stall der unaufhörlich polterndenDonnerpferde. Das war nach Allem gewiß nur Schoppe.

In der Mitternacht, meine Linda, als der Mond überdem Apennin herüber war und mit einem entzückten langenSilberblick vom Himmel sah und ich an Dich dachte, standich auf und ging leise hinaus, um wieder zu sehen, wo Du

Jean Panl's ausgew. Werke. XII. 8