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12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
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glühende Wolken, als gebäre sein kalter Krater wieder einenFlammcntag, und die Adler flogen mit goldnen in die Sonnegetauchten Flügeln langsam über die Wolken. Plötzlichstand der Sonnengott auf dem schönen Gcbirg, er richtete sichauf im Himmel und riß das Netz der Nacht vor der bedecktenErde weg; da brannten die Obelisken und das Coliscnm undRom von Hügel zu Hügel, und auf der einsamen Campagnafunkelte in vielfachen Windungen die gelbe Riesenschlange derWelt, die Tiber alle Wolken zerliefen in die Tiefen desHimmels und goldncS Licht rann von Tusknlum und von Ti-voli, und von Rebenhügeln in die vielfarbige Ebene, an diezcrstrcueten Villen und Hütten, in die Zitronen- und Eichen-wälder im tiefen Westen wurde wieder das Meer wie amAbend, wenn es der heiße Gott besucht, voll Glanz, immervon ihm entzündet und sein ewiger Thau.

In der Morgenwelt 'lag unten das große stille Rom ans-gcbrcitet, keine lebendige Stadt, ein einsamer ungeheuerer Zau-bcrgarten der alten verborgnen Heldengeister, auf zwölf Hügelgelegt. Der menschenlose Lustgarten der Geister sagte sichdurch die grünen Wiesen und Zypressen zwischen den Pallästenan und durch die breiten offnen Treppen und Säulen undBrücken, durch die Ruinen und hohen Springbrunnen undden Adonisgartcn, und die grünen Berge und Göttcr-Tcmpel;die breiten Gänge waren ansgcstorben; die Fenster waren ver-gittert; auf den Dächern blickten sich die steinernen Todtenfest an nur die glänzenden Springwaffcr waren rege undeine einzige Nachtigall scufzetc, als sterbe sie zuletzt.

Das ist groß (sagte endlich Albano), daß unten alleseinsam ist und man keine Gegenwart sicht. Die alten Helden-geister können in der Leere ihr Wesen treiben und durch ihre