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hielt nur, wo sic konnte, vor Stellen an, wo man einige Aus-sicht in die — Gegenwart hatte.
Er wurde täglich' ihr wärmerer Freund, ohne sic nurzu crrathcn. Nur ein Mann — keine Frau — kann einefremde Liebe gänzlich übersehen; die lang übersehene wird dannselten oder nie eine crwicdertc. Albano war zu zart, um inder Geliebten seines Vaters und in der Frau eines Andernund in einer Freundin seiner eignen Geliebten diesen Wunscheiner Unschicklichkeit voransznsctzen. Auch setzt' er ans seinenWerth immer ein eben so kleines Vertrauen als auf sein Rechtein großes.
Sie zweifelte, aber verzweifelte nicht an einer wärmernGesinnung. Ein Weib hofft so lange, als ein zweites nichtmit hofft. Albano's nächtliche Besuche des Kapitols und Co-lisco's wurden von nachgeschicktcn Augen immer seines edlenCharakters würdig befunden. Täglich lieber wurd' ihr derfeste Jüngling durch sein neues Aufblühen und durch seinemännliche Entwickelung. Zuweilen hoffte sie stark, von seinerfreundschaftlichen Redlichkeit und von jener heroischen Schwcr-muth bestochen, die ihr sonst ans keiner Ferne und Nähe zuerklären war. Dieses ihr ungewohnte Ans- und Niedcrstcigcnauf ihren Wellen erschütterte ihre Gesundheit und ihren Cha-rakter, und sic wurde wider Willen der Liane ähnlicher, mitderen Tanbengcfiedcr sie sich anfangs nur weiß schmücken wol-len — der glänzende Sonncnrcgenbogcu wurde ein Mondregcn-bogen — sie warf mit ihren starken Kräften die Hälfte ihresvorigen Selbstes weg, die Putz-, Kunst- und Gefallsucht —und sic wurde heftig getroffen, wenn eine Römerin mit süd-licher Lebhaftigkeit oft hinter dem vorbeigchcndcn Grafen aus-ries: wie schön er ist! — Schwer wurde sie für ihr früheres