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Sonne schauctc, wie das Auge der durch den alten Himmelziehenden Venus, die sonst auch hier stand, ans hoher Tiefemild herein — da füllte ein heiliger Glanz den Tempel undbrannte auf dem Porphyr des Bodens und Albano sah be-troffen und entzückt umher und sagte mit leiser Stimme: „wieist jetzt alles so verklärt an dieser heiligen Stelle! RaphaelsGeist geht in der Mittagsstunde aus seinem Grabe und alles,was sein Wicdcrschciu berührt, erglänzt göttlich!" Die Für-stin sah ihn zärtlich an und er legte leicht seine Hand auf ihreund sagte wie überwältigt: „Sophokles!" —
Am nächsten mondhellen Abende darauf bestellte GaspardFackeln, damit das Coliseo mit seinem Ricscn-Krcis zuerst imFeuer vor ihnen stände. Dem Ritter, der nur allein mit demSohne düster im düstcrn Werke, wie zwei Geister der altenZeit, umhcrgeben wollte, drang sich noch die Fürstin auf, auszu lebhaftem Wunsch, mit dem edlen Jüngling große Minutenund wol gar ihr Herz und seines zu thcilcu. Die Weiberbegreifen nicht genug, daß die Idee, wenn sic den männlichenGeist erfüllt und erhebt, ihn dann vor der Liebe verschließeund die Personen verdränge, indcß bei Weibern alle Ideenleicht zu Menschen werden. —
Sie gingen über das Forum auf der viu sneru zum (Lo-liseo, dessen hohe zcrspaltcne Stirn unter dem Mondlicht bleichhcrniedcrschauctc. Sie standen vor den grauen Fclsenwändcn,die sich aus vier Säulenreihen übereinander hinaufbauctcn, unddie Flammen schossen hinauf in die Bogen der Arkaden, hochoben das grüne Gesträuch vcrgüldeud; und tief in die Erdehatte sich das schöne Ungeheuer schon mit seinen Füßen ein-gcgraben. Sic traten hinein und stiegen am Gebirge vollFclsenstücke von einem Sitze der Zuschauer zum andern; Gas-