des Knnstrathcs und dcs deutschen Herrn, die man bald cin-holcn könne. Der Sohn wandte sich endlich mit der kühnenErkundigung an ihn, ob er wirklich noch eine Schwester habe,und erzählte die Geschichte mit dem Kahlkopf. „Es könntewol scyn (sagte Gaspard unangenehm spaßhaft), daß du nochmehr Brüder und Schwestern hättest, als ich wüßte. Aberwas ich weiß, ist, daß deine Zwillingsschwcster Scvcrina indiesem Jahre in ihrem Kloster gestorben ist. Wofür hältst denndu die Nacht-Geschichte?" — Beinah für einen Traum, ver-setzt' er. Zufällig kam seine Hand hier in die Tasche und trafzu seinem Erstaunen ans den halben Ring, den die Schwesterihm geschenkt. Das Wunderbare trat dicht unter seine Sinneund jene Schauer-Nacht ging schnell und kalt durch seinenMittag. Er und der Vater besahen die Enden dcs zerschnit-tenen Rings, an deren jedem ein abgerissener Namcnszug auf-hörtc. „Es gibt aber nichts Wunderbares" sagte der Ritter.„Woher wissen wir alsdann, daß cs etwas Natürliches gibt?"sagte Albano. „Das Wunder (versetzte Gaspard) oder die„Gcistcrwclt wohnt nur im Geiste." — „Wir müssen uns„(fuhr jener fort) auch bei den gemeinsten optischen Kunststücken„aus etwas anderes als auf die Auslösung des Trugs der„Phantasie in einen Trug der Sinnen freuen, weil uns sonst„nach der Auslösung das Zaubcrwerk mehr gefallen müßte„als vorher. Das sind die Stellen und Pole der menschlichen„Natur, worüber die ewigen Polarwolkcn hängen. Unsere„Landkarten vom Wahrhcits- und Gcistcrrcichc sind die Land-„kartenstcine, welche Ruinen und Dörfer abbildcn; diese sind„erlogen, aber doch ähnlich. Der Geist, ewig unter Kör-„per gebannt, will Geister." — Ungefähr so meint' ich auch,sagte GaSpard.
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