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Der Abend wurde min unwiderruflich zur Abfahrt ein-gesetzt, zumal da in der Nacht die entschlummerte Liane in dasSchlafgcmach geführct werden sollte, das die Menschen nichtwieder öffnen.
Den blühenden Endymion überdeckte schon Lächeln undFreudcn-Glanz als ein verlaufender Morgenstern seines wachenTags. Seine Seele ging lächelnd in der funkelnden Hobleder unterirdischen Schätze umher, die der Geist des Traumsaufsperrt; iudcß das gemeine Auge des Wachens blind vordem nahen von Schlaf ummauerten Geister-Eldorado stand.Endlich öffnete ein unbekanntes Wonne-Uebcrmaß Albano'sAuge — der Jüngling erstand sogleich mit Kraft — warf sichmit der Entzückung der ersten Erkennung dem Vater an dieBrust — und schien im ersten, träumerischen Rausche sich desvorbcigezogncn Gewitters hinter seinem Rücken nicht zu er-innern, sondern nur des seligen Traums — und erzählte trun-ken diesen:
„Ich fuhr in einem weißen Kahn ans einem finsternStrom, der zwischen glatten, hohen Marmorwändcn schoß. Anmeine einsame Welle gekettet flog ich bange im Felsen-Ge-winde, in das zuweilen tief ein Donnerkeil cinfuhr. Plötzlichdrehte sich der Strom immer breiter und wilder um eine Wen-deltreppe herum und hinab. — Da lag ein weites, plattes,graues Land um mich, das die Sonnen-Sichel mit einemeklen, erdfahlen Licht begoß. — Weit von mir stand ein un-tereinander gekrümmter Lethe-Fluß und kroch um sich selberherum. — Aus einem unübcrschlichen Stoppelselde schossenunzählige Walkyrcn*) auf Spinncnsädcn pfeilschnell hin und
*) Walküren find reizende Jungfrauen, die vor der Schlacht dieseweben und die Helden bestimmen, die fallen müssen.