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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
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Der Abend wurde min unwiderruflich zur Abfahrt ein-gesetzt, zumal da in der Nacht die entschlummerte Liane in dasSchlafgcmach geführct werden sollte, das die Menschen nichtwieder öffnen.

Den blühenden Endymion überdeckte schon Lächeln undFreudcn-Glanz als ein verlaufender Morgenstern seines wachenTags. Seine Seele ging lächelnd in der funkelnden Hobleder unterirdischen Schätze umher, die der Geist des Traumsaufsperrt; iudcß das gemeine Auge des Wachens blind vordem nahen von Schlaf ummauerten Geister-Eldorado stand.Endlich öffnete ein unbekanntes Wonne-Uebcrmaß Albano'sAuge der Jüngling erstand sogleich mit Kraft warf sichmit der Entzückung der ersten Erkennung dem Vater an dieBrust und schien im ersten, träumerischen Rausche sich desvorbcigezogncn Gewitters hinter seinem Rücken nicht zu er-innern, sondern nur des seligen Traums und erzählte trun-ken diesen:

Ich fuhr in einem weißen Kahn ans einem finsternStrom, der zwischen glatten, hohen Marmorwändcn schoß. Anmeine einsame Welle gekettet flog ich bange im Felsen-Ge-winde, in das zuweilen tief ein Donnerkeil cinfuhr. Plötzlichdrehte sich der Strom immer breiter und wilder um eine Wen-deltreppe herum und hinab. Da lag ein weites, plattes,graues Land um mich, das die Sonnen-Sichel mit einemeklen, erdfahlen Licht begoß. Weit von mir stand ein un-tereinander gekrümmter Lethe-Fluß und kroch um sich selberherum. Aus einem unübcrschlichen Stoppelselde schossenunzählige Walkyrcn*) auf Spinncnsädcn pfeilschnell hin und

*) Walküren find reizende Jungfrauen, die vor der Schlacht dieseweben und die Helden bestimmen, die fallen müssen.