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ihr, sic würd' cs in Jdoincns Falle ohne Bedenken thun. —Die Fürstin bedachte sich ziemlich und sagte, hierüber könnenur ihre Schwester entscheiden — Beide eilten zu ihr, maltenihr alles vor, und Jdoine fragte erschrocken, was sie sür ihreÄhnlichkeit und ihre wohlwollende Reise könne, daß man sieso tief in solche phantastische Verwicklungen ziehen wolle. —In dieser Sekunde trat Julienne blaß herzu und sagte, sichabe schon seit dem Morgen Nachricht davon, das Erscheinensei einer so guten Seele Pflicht. — Da antwortete Jdoinesich und alles bedenkend und mit Würde: es sei gar nicht dasUngewöhnliche und Unschickliche, was sie schrecke, sondern dasUnwahre und Unwürdige, da sie mit dem heiligen Namen einerabgeschiednen Seele und mit einer flachen Ähnlichkeit einenKranken belügen solle. — Die Gräfin sagte, sie wisse daraufkeine Antwort und doch sei ihr Gefühl nicht dagegen — Alleschwiegen verlegen. — Die gewissenhafte Jdoine war imweichsten Herzen bewegt, das unter dem Gewichte einer solchenEntscheidung über ein Leben zitternd erlag. — Endlich sagteLinda mit ihrem Scharfsinn: es wird aber doch eigentlich keinmoralischer Mensch getauscht, sondern ein Schlafender, ein Träu-mer, und Einbildung und Lüge soll ja an ihm nicht bestärkt,sondern besiegt werden. — Julienne nahm Jdoinen mit sich, umihr den Jüngling, den sie so wenig wie Linda gesehen, wahr-scheinlich näher zu malen. — Bald darauf kam Jdoine mitdem Ausspruche zurück:
„Wenn der Arzt ein Zcugniß gibt, daß ein Menschcn-Lcbcn daran hänge: so muß ich mein Gefühl besiegen. Gottweiß es (setzte sic bewegt dazu), daß ich cs eben so willig thucals unterlasse, wenn ich nur erst weiß, was recht ist. Es istmeine erste Unwahrheit."