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Siegers. Wie Menschen zugleich harthörig unter dem gemei-nen Lebens-Getöse scyn können und doch den feinsten musika-lischen Lauten offen *): so waren Schoppens innere Ohrenverhärtet gegen das Volks-Gcpoltcr des allgemeinen Treibens,aber durstig zogen sie alle weiche, leise Melodien der heiligemSeelen ein.
Der Lektor — den Grafen weit herzlicher liebend als die-ser ihn — nahm stürmisch den Bibliothekar sogleich mit fortins Schloß, weil eben jetzt die recht-erlesene Hos-Fericn-Stundcsei, von 4'/„ bis 5'/- Schoppe sagte, er sei dabei. Im Schloßbefahl Augusti einem Diener, der ihn verstand, Schoppen insSpicgelzimmer zn führen. Er that's; brachte Lichter nach;und Schoppe ging langsam mit seinem verdrießlichen Gefolgestummer flinker Spiegel-Urangutangs ans und nieder, seinerRolle und Zukunft nachrcchncnd. Seltsam fühlt' er sich jetztbetroffen von seinem jungen, frischen Gefühl der bisherigenFreiheit, die er eben snspcndirtc; er erkannte sic an, hielt sicfest, sah sic an, sprach ihr zu: gehe nur ein wenig fort, rette'Ihn und dann komme wieder! —
Seine eigne Vervielfältigung ekelte ihn: „müsset ihr michstören, ihr Jchs?" sagt'.'cr, und er legte sich's nun vor, wieer stehe vor der reichsten, hcllcstcn Minute und feinsten Gold-wagc seines Daseyns, wie ein Grab und ein großes Lebenliege aus dieser Wage, und wie sein Ich ihm schwinden müssewie die nachgcmachtcn gläsernen Jchs umher. —-Plötz-
lich flog ihn eine Freude an, nicht über den Werth seines Ent-schlusses, soudcrn über die Gelegenheit dazu.
Endlich gingen nahe Thürcn aus und dann die nächste. —
') Z. B. der Kapellmeister Naumann.